St. Lukas wartet weiter auf eine Lösung

Anzeige
Mahnwache vor St. Lukas: Mit Transparenten und Kerzen forderten rund 20 Bürger während der Sitzung des Kirchengemeinderates dessen Rücktritt Foto: Biehl

Kirchengemeinderat schweigt zur Kündigung des Pastors /Gemeinde will Rücktritt des Gremiums

Von Franz-Josef Krause
Fuhlsbüttel. Vergangener Sonntag 11 Uhr in St. Lukas. Ein berührender Abschiedsgottesdienst für den scheidenden Pastor Michael Kempkes. Passende Kirchenlieder, eine brausende Orgel, eine kraftvolle Geige und ein wundervoll gesungener irischer Reisesegen stimmten die gut 250 Kirchenbesucher auf die anschließende Gemeindeversammlung ein. Die Begrüßung durch die Vorsitzende des Kirchengemeinderates (KGR). Petra Roedenbeck-Wachsmann sprach. Bis auf eine Ausnahme war sie es, die für das gewählte Gremium das Wort ergriff. Tief verletzt sei sie, so die Juristen sinngemäß, dass die seit vielen Jahren geleistete Kärrnerarbeit nicht anerkannt werde. Dass es gar einen Kreis in der Gemeinde gibt, der den Rat mit seinen Aktionen
diskreditiere.

Gründe weiter offen

Substanziell zu den Gründen des Weggangs von Michael Kempkes aus ihrer Sicht sagte sie nichts. Anschließend äußerte Propst Claussen Erwartungen und Befürchtungen zum vorliegenden Gemeindekonflikt. Er nannte als Konfliktursachen Umgangston und Atmosphäre, das Verhältnis von Haupt- und Ehrenamtlichen und unterschiedliche Positionen zur Gestaltungsfreiheit des Pastors und hatte sieben Mediatoren mitgebracht, die mit der Gemeinde „Gesprächskultur einüben“ sollten. Dafür erntete er Gelächter. Der Leiter der Mediatoren-Riege, Pastor Ralf Brinkmann, beschränke sich nach zwei vergeblichen Anläufen darauf, eine Rednerliste zu führen und Zeitlimits zu regeln. Aus den nun folgenden Beiträgen klang viel Zorn und Erbitterung über den Weggang von Pastor Kempkes und die damit verbundene Informationspolitik durch den KGR. Die Forderung nach Rücktritt des ganzen KGR wurde mehrfach unter großem Beifall laut. Die Situation der Mitarbeiter/innen in der Gemeinde – die in dieser Konfliktsituation zwischen Baum und Borke arbeiten müssen - wurde nur gestreift. Die entscheidende Frage nach konkreten unterschiedlichen Positionen zwischen KGR und Pastor blieb offen. Kempkes hatte darauf verzichtet, bei der Versammlung dabei zu sein. Gegen Ende der Zusammenkunft stand es aber plötzlich im Raum, das Wort ‚Macht‘. Propst Claussen äußerte sein tiefes Bedauern darüber, dass es ihm nicht gelungen sei, den Konflikt befriedigend zu moderieren, und bat um aktive Beteiligung der Gemeinde an der Konfliktbewältigung und Gestaltung der Zukunft.

Versammlung am 26. Mai

Die dürfte nach dem Ausscheiden von Pastor Kempkes weitere Veränderungen bringen. Denn kurz bevor sich die Gemeindeversammlung
gegen 14.30 Uhr auflöste, wurde ein Antrag gemäß Paragraf 48 der
Gemeindeordnung formuliert, der den Rücktritt des ganzen KGR forderte. Er erhielt eine klare Mehrheit der noch rund 100 anwesenden Gemeindemitglieder. Fortsetzung bei der nächsten Gemeindeversammlung voraussichtlich am
26. Mai.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige