Stolperstein bei Bauarbeiten beschädigt

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WochenBlatt-Leserin kann Vorfall aufklären

Fuhlsbüttel. Finja ist vier Jahre alt. Sie wohnt mit ihrer Oma im selben Haus. Für sie ist das ganz toll, denn so kann ihre Oma sie jeden Tag zum Kindergarten Höhenstieg bringen. Der gemeinsame Weg führt durch den Surenkamp, vorbei an der JVA Fuhlsbüttel. Plötzlich waren sie da – zwei gold glänzende Steine auf dem Weg. „Das sind Stolpersteine“, erklärte Elke Nebel ihrer Enkelin. „Steine für Jasper und Oskar“. Erst nahm die Kleine das Stolpern wörtlich – als sie verständiger wurde, erfuhr sie davon, dass schlechte Menschen den beiden bitter Unrecht getan haben. Im Frühjahr beobachteten Finja und ihre Oma, wie Arbeiter gebrochene Gehwegplatten austauschten. Direkt bei den Stolpersteinen. Da geschah es – versehentlich beschädigten sie dabei einen Stolperstein. Eine Ecke riss dabei ab. Notdürftig klopften die Männer die Messingkappe wieder auf den Trägerstein. „Seitdem wundern wir uns immer wieder“, so Elke Nebel im Gespräch mit dem WochenBlatt, „dass bisher keine Reparatur stattfand!“ Denn als treue WochenBlatt-Leserin war ihr der Artikel in der Ausgabe der vergangenen Woche aufgefallen; auch dass der Grünenpolitiker Farid Müller das Geschehen gezieltem ‚Schwulenhass‘ zuordnete. Vom WochenBlatt darauf angesprochen, räumte Müller ein, gestützt auf andere Vorfälle hier voreilig geurteilt zu haben. „Ich bin sehr erleichtert, dass es in diesem Fall eine so einfache Erklärung gibt“, gab Müller, der seit 1997 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft ist, zu Protokoll, „nun ist der Bezirk Nord gefordert, das mit der Arbeit betraute Unternehmen in die Pflicht zu nehmen!“ (fjk)
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