Thema Cyber-Mobbing

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Siegten mit ihrem Videoclip auf Landesebene, die Gymnasiasten Jessica Birke (v.l.), Lucas Röhrs, Nicolas Schwager, Gina Sips und Sarah Schön. Foto: Fuchs

Elysee-Gymnasiasten gewannen Videoclip-Wettbewerb

Von Burkhard Fuchs
Quickborn. Die Premiere ist ihnen voll gelungen. Mit ihrem Debütfilm gewannen fünf Schüler des Elsensee-Gymnasiums auf Anhieb beim landesweiten Videoclip-Wettbewerb zum Thema „Cybermobbing ist Gewalt“, der erstmals ausgelobt wurde.
Die Elft- und Zwölftklässler setzten sich mit ihrem viereinhalb Minuten-Beitrag „Exit – wo ist der Ausgang?“ gegen 27 andere Schulen durch. Auf dem Filmfest am Scheersberg bei Flensburg wurden die Jungfilmer mit 250 Euro Preisgeld ausgezeichnet.
Das Talent seiner Schüler zum Filmen hat Lehrer Burkhard Lohmann früh erkannt. „Ich wusste sofort, dass wir eine gute Chance haben. Wenn nicht wir – wer sollte sonst gewinnen?“, war er zuversichtlich. Mit Nicolas Schwager hatte das Quintett einen Experten an der Seite, der seit der fünften Klasse Videofilme dreht. „Wir haben das Know-how, die Manpower und die technischen Mittel“, sagt Lohmann stolz und selbstbewusst.
Lohmann ist selber Fachmann für dieses Thema. Er unterrichtet nicht nur Deutsch und Erdkunde. Er ist am Elsensee-Gymnasium auch Präventionsbeauftragter für Mobbing. Diese Arbeit habe sich bewährt. „Wir haben praktisch keine Mobbingfälle an der Schule“, sagt Lohmann.
Die Schüler werden aufgeklärt und beraten. Schon kleinste Vorfälle würden im Keim erstickt, indem mit den betroffenen Schülern gesprochen und diese in der Klasse mit der Thematik konfrontiert werden, bevor das Mobbing seine Kreise ziehen kann.
Ein so friedliches Klima scheint es nicht an allen Schulen zu geben, wie Gerd Manzke vom Verein Schnittpunkt in Heide berichtet, der den Videoclip-Wettbewerb zum zweiten Anti-Mobbing-Tag geleitet hat. Der Medienpädagoge sagt: „Cybermobbing ist Gewalt. Die Schüler leiden sehr darunter.“ An dem Videoclip der Gymnasiasten hat ihm besonders gefallen, dass er das Thema „kurz und knapp“ auf den Punkt gebracht habe. „Die Story ist gut und filmisch sehr gut umgesetzt.“
Der Film handelt von zwei Freundinnen, die auf eine Party gehen. Dabei kommt Sarah, die etwas beschwipst ist, dem Freund von Gina näher, was diese ärgert. Sie macht ein Handyfoto von der ziemlich betrunkenen Sarah und veröffentlicht es für Jedermann sichtbar auf einer Internet-Plattform. Als diese am nächsten Morgen ins Netz schaut, ist sie geschockt. „Das ist ja voll peinlich“, schreit sie und kriegt einen Heulkrampf. In der Schule ist ihr „Absturz“ schon rum und sie das Gespött der großen Pause. „Jetzt hat sie die ganze Schule auf mich gehetzt. Wer hält denn jetzt noch zu mir? Ich halt das nicht mehr aus“, sagt Sarah verzweifelt. Dann bricht der Film ab. „Wir haben das Ende bewusst offen gelassen“, sagen die Filmemacher Nicolaus Schwager, Lucas Röhrs und Jessica Birke. Im Abspann heißt es dann: „Es wurde schlimmer und sie war zuletzt nahezu 24 Stunden dem Mobbing ausgesetzt. Was in der Schule aufhörte, ging im Netz weiter.“
Dies sei auch der große Unterschied des multimedialen Mobbings von heute im Vergleich zu früher, sagen die Jungfilmer. Die Beleidigung und Bloßstellung der Opfer höre praktisch nicht mehr auf. „Was früher schulintern blieb, erfasst heute den gesamten Freundes- und Bekanntenkreis des Opfers.“ (bf)
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