Tipps gegen Einbrecher

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Nicht nur Wohnungen, auch am Wochenende verwaiste Gewerbeobjekte sind beliebtes Ziel von Einbrechern Symbolfoto: Thinkstock

Polizei: Vor allem am Wochenende sind auch Gewerbeobjekte beliebtes Ziel

Hamburg In Langenhorn macht der Polizei seit Wochen ein Einbrecher mit einer besonders geschickten Methode zu schaffen. Seine Vorgehensweise ist immer dieselbe: Mit einem handbetriebenen Glasschneider bohrt der Täter Löcher in Scheiben, um die Fenster dann von innen zu öffnen. Diese Methode ist zwar langwierig, aber auch leise und hinterlässt laut Polizei nur wenige Spuren. Ziel seiner Raubzüge sind immer Geschäfte, Lagerhäuser und Bürogebäude.
„Solche Gewerbeflächen haben für Einbrecher einen entscheidenden Vorteil: sie sind in der Nacht und am Wochenende meist menschenleer“, sagt Volker Riemers von der Polizei. Riemers gehört zur Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle, einer Spezialabteilung der Hamburger Polizei, die Unternehmen beim Thema Einbruchschutz kostenlos berät. Dafür kommen die Ermittler auch in die Firmen und suchen nach Schwachstellen in den Gebäuden. Einbrüche sind gerade in der dunklen Jahreszeit ein großes Thema für Gewerbetreibende.
Bei einer Aufklärungsveranstaltung der Handelskammer im Café Fritz in Ohlsdorf trafen Riemer und sein Kollege Holger Renk auf Unternehmer aus Hamburg. Viele der Händler haben schon Erfahrungen mit Diebstählen und Einbrüchen gemacht. „Wir legen immer einen 50-Euro-Schein auf den Tresen und lassen ein wenig Geld in der Kasse, in der Hoffnung, dass sich Einbrecher damit zufrieden geben“, sagt ein Buchhändler aus Langenhorn, der bei dem sensiblen Thema lieber ungenannt bleibt. Solche „Weisheiten“ kennen Riemers und Renk, raten aber davon ab. „Grundsätzlich gilt, wo Einbrecher rein wollen, da kommen sie auch rein. Man kann ihnen aber das Wertvollste stehlen, was sie haben – Zeit“, rät Riemers den Einzelhändlern. Die Grenze liegt laut Polizei bei 15 Minuten. „Wenn die Täter dann noch nicht im Objekt sind, geben sie oft auf“, sagen die Polizisten. Die Experten empfehlen, dass Unternehmer mehr in Einbruchschutz investieren und Fenster und Türen speziell sichern. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, können Händler mit der Versicherung oder der Polizei besprechen.
Zur Beratung von Volker Riemers und Holger Renk gehört auch die Schulung von Mitarbeitern in Unternehmen. „Nachlässigkeit ist ein großes Problem. Gekippte Fenster sind Einladungen an Einbrecher“, sagt Riemers. Türen werden laut Polizei viel zu selten abgeschlossen. „Der Scheckkarten-Trick aus dem TV funktioniert bei einer nicht abgeschlossenen Tür wirklich“, warnen die Berater. Man sollte auch immer zweimal abschließen, weil sich der Zylinderbolzen bei der zweiten Umdrehung weiter in den Türrahmen schiebt. Noch mehr Tipps gibt das 15-köpfige Beratungsteam bei Einzelgesprächen vor Ort. (mdt)
Weitere Informationen bei der Polizeilichen Beratungsstelle unter 428 67 07 77

Fünf Tipps zum Thema Einbruch für Händler

1. Beratung der Polizei und Versicherung über Einbruchschutz annehmen
2. Rollgitter statt Rollläden
3. Fenster ganz schließen
4. Zweimal abschließen
5. Mitarbeiter für das Thema sensibilisieren
6. Bei Einbruchsspuren sofort die Polizei rufen, das Gebäude nicht betreten
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