Verbrannte Träume

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Bernd Sporer blickt fassungslos auf die verkohlten Überreste seiner Gartenlaube. Foto: Büh
 
Die Kameraden der FF Langenhorn und der Berufsfeuerwehr Alsterdorf konnten das Gartenhaus nicht retten. Foto: büh

Feuer zerstört Gartenlaube. Bernd Sporer ist fassungslos

Von Florian Büh
Langenhorn. Bernd Sporer (42), gelernter Lager-Facharbeiter, steht vor den Brandresten seines Traumes: „Seit zwei Jahren habe ich hier gearbeitet. Da habe ich die Parzelle Nummer 9 übernommen. Ich habe meinem Sohn Leon noch nicht gesagt, dass das Haus abgebrannt ist.“ Die Laube, die bei vielen durch ihre markante Bauform als „Pferdestall“ bekannt war, ist nur noch Schrott, vollständig zerstört.
Vergangenen Mittwoch gegen 15.30 Uhr wurden die Freiwillige Feuerwehr Langenhorn und die Berufsfeuerwehr Alsterdorf alarmiert.

Brandstiftung?
Kripo ermittelt

Als die Feuerwehrmänner in der Gartenkolonie 452, der Gartenfreunde Twisselmoor e.V., eintrafen, stiegen dichter Qualm und Flammen aus dem Gartenhaus auf . Sie konnten die Flammen löschen - doch die Laube war nicht mehr zu retten. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Sowohl die Gartenpforte als auch die Eingangstür der Laube waren aufgebrochen worden. Darauf wiesen die Schlössern und Hebelspuren am Holzhauss hin. Jetzt ermittelt die Kripo. Bernd Sporer ist traurig. Viel Zeit und Geld hat er in die Laube investiert.
Die Fenster hatte der Langenhorner selber eingebaut. Die Wände tapeziert und gestrichen, den Boden neu gemacht. Auch ein kleines Reich für seinen zweijährigen Sohn hat er geschaffen: „Hier am Fenster hat Leon immer seinen Mittagsschlaf gehalten, wenn wir im Garten waren.“
Nun ist alles verbrannt, die eingebaute Toilette, die teuren Rattan-Sessel und auch die Ledercouch. Mindestens 2.000 Euro an Inventar und Baumaterialien im Wert von über 1.000 Euro sind verbrannt. Ein verkohlter Kühlschrank wurde aus der Laube geschafft. „Ich hatte eine Einbauküche mit Schränken und neben dem Eingang eine Essecke fertig eingebaut“, sagt der geschockte Laubenpieper. Über der Küche war ein Schlafzimmer fürs Wochenende eingerichtet.
Alles, was zum Leben auf Zeit nötig war, hatte hier auf 16 Quadratmetern seinen Platz. Stolz und traurig zugleich zeigt Sporer Fotos auf seinem Mobiltelefon. „So schön hatte es vor dem Brand ausgesehen. Obwohl noch nicht alles fertig war.“
Die Brandermittler haben vor Ort ihre Arbeit abgeschlossen, die Laube darf nun vom Pächter betreten werden. Die Spuren sprechen eine deutliche Sprache: Die Tür wurde aufgehebelt. Von wem ist jedoch unbekannt.
Zwei Nächte zuvor waren in einer benachbarten Kolonie drei Lauben durch ein Feuer beschädigt worden. Eine davon brannte komplett ab. Die Tatorte sind nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Da die Laube in der Nähe zum Flughafengelände steht, stieg auch der Polizeihubschrauber Libelle auf. Eine Gefahr für den Flugverkehr gab es aber nicht.
Die Frage nach dem „warum?“, bleibt unbeantwortet. Die Elektrik kann, laut Sporer nicht schuld gewesen sein. Der Familienvater war noch einen Tag zuvor im Haus, wie schon früher, als er fast täglich hier war. Seine Hoffnung ist nun, dass der Schaden versichert ist. Doch Näheres hierzu wird er wohl erst in den nächsten Tagen in Erfahrung bringen können. Auch die Fragen, wie es nun weiter geht, und was Leon zum Verlust seines Sommerhauses sagt, kommen auf Bernd Sporer nun zu. Die Polizei indes sucht nun Zeugen, die am Mittwoch, 14. November vor dem Brandausbruch gegen 15.30 Uhr Ungewöhnliches beobachtet haben. (büh)
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