Vom Rathaus in die Randbezirke

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Dr. Andreas Dressel auf Sommertour

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn. Als der 68 jährige Franz Müntefering im September 2008 das Amt des SPD Parteivorsitzenden übernahm, äußerte er sich über seine neue Aufgabe euphorisch: „Das schönste Amt neben dem Papst“ so Müntefering, habe er damit übernommen. Auf Hamburger SPD Verhältnisse übertragen, hat dieses ‚schönste Amt‘ der 37 jährige Jurist Dr. Andreas Dressel als Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bürgerschaft inne – denn den Posten des politischen Gottvaters hält ja bekanntlich in Hamburg ein anderer SPD-Politiker besetzt.
Immer im Sommer ist es Tradition, dass Politiker sich ihren Wählern vor Ort zeigen. So auch Dr. Andreas Dressel auf dem Fuhlsbüttler Markt und danach beim Bauspielplatz am Tweeltenmoor.
Zukunft der offenen
Jugendarbeit
Trotz des schönen Fotos mit historischem Fahrrad auf den ankündigenden Plakaten kam Dressel nicht per Rad. Und er kam auch nicht allein, sondern mit einem stattliches Gefolge aus Bürgerschaft und Bezirksversammlung. Auf dem Bauspielplatz ging es um die ‚Offene Jugendarbeit‘ und um deren konkrete Zukunft. Mehrfach war den Medien zu entnehmen, dass der Senat beziehungsweise die Bezirke in diesem Bereich stadtweit 3,5 Millionen Euro, das heißt zehn Prozent einsparen wollen.
Davon muss der Bezirk Nord rund 260.000 Euro schultern – auf den Baui kämen allein Kürzungen von 17.000 Euro zu. Gleichzeitig ist dort ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen: auf dem Gelände entsteht zurzeit ein wunderschönes neues, zusätzliches Haus, das zukünftig vielen Aktivitäten Raum bieten wird.
Vor über zehn Jahren beantragt und von etlichen Sponsoren mitgetragen, wird es rechtzeitig zum 40-jährigen Jubiläum fertig sein und dann auch im WochenBlatt ausführlich gewürdigt werden. Eines steht aber heute schon fest: mehr Raum bedeutet auch höhere Energie- und Pflegekosten.
Zusammenarbeit mit Schulen?
Bei Dressels Besuch am Tweeltenmoor ging es neben lobenden Worten für die hier geleistete Arbeit sehr schnell um die heutige und zukünftige Aufgabenstellung der ‚Offenen Jugendarbeit‘. Die ist unter anderem deswegen ‚offen‘, weil sie nicht Teil von Schule oder Kindergärten ist und so für nicht wenige Kinder ‚barrierefreier‘ und ‚niedrigschwelliger‘ ist.
Dennoch war die einhellige Meinung von Andreas Dressel und seinen Parteifreunde, die ‚Offene Jugendarbeit‘, so zum Beispiel den Baui, in die Nachmittagsbetreuung der umliegenden Schulen mit einzubinden. Denn die sind, das war ebenfalls Konsens, auf die GBS – die ‚Ganz-
tägige Betreuung und Bildung an Schulen‘ – nicht oder nur unzureichend vorbereitet. Dahinter steht die Logik‚ wenn Schule bis 16 Uhr betreut, dann steht der Baui bis zu dieser Zeit leer‘ Dass in seinem Einzugsgebiet etliche Schulen mit unterschiedlichen Konzepten liegen, spielt vorerst keine Rolle. Auch nicht, dass die Dominanz von geschlossenen Schulformationen möglicherweise Auswirkungen auf die bisherigen Besucher des Bauspielplatzes haben könnte.
Keine Hortfunktion
„Grundsätzlich haben auch wir Interesse an der Zusammenarbeit mit Schulen“ so Gerd Abschlag, der Teamleiter des Bauspielplatzes „schon heute gibt es eine Kooperation mit der Gesamtschule am Heidberg, schon heute bieten wir allen Schulen an, bei uns jeweils am Donnerstagvormittag unter anderen tiergestützte Projekte zu realisieren und tun das bereits seit Jahren.“ Aber er macht auch klar: „Der Baui kann bei seiner dünnen Personaldecke nicht ‚Hortfunktion‘ für Schulen leisten. Er will sich gern mit einbringen, aber nicht Aufgaben der Schulen übernehmen.“ So einfach, wie die Politiker sich die Betreuung der Kinder bis 16 Uhr vorstellen, scheint es doch nicht ganz zu sein. Vieles blieb ungesagt und etliches, zum Beispiel Finanz- und Haftungsfragen, weiterhin ungeklärt. Dennoch war es gut und wichtig, dass Dr. Andreas Dressel einmal vor Ort war.
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