Wahlbeteiligung? 90 Prozent!

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Bundestagskandidaten standen Rede und Antwort in der Schule: Herbert Schulz (Linke, v.l.), Christian Carstensen (SPD), Katharina Fegebank (Grüne), Dirk Fischer (CDU) und Sylvia Canel (FDP)

Stadtteilschüler diskutierten mit Bundestagskandidaten und gingen zur Junior-Urne

Von Daniela Maria Hübsch
Langenhorn. Neunzig Prozent Wahlbeteiligung gibt es nicht? Hier schon! Den Schülern der Langenhorner Stadtteilschulen Fritz-Schumacher und Am Heidberg ist Politikverdrossenheit fremd. Im Rahmen der bundesweiten Juniorwahl, die parallel zur Bundestagswahl stattfindet, hatten die beiden Schulen Politiker der fünf Hamburger Regierungsparteien zur Podiumsdiskussion geladen. SPD-Bundestagskandidat Christian Carstensen, Grünen Landesvorsitzende Katharina Fegebank, Hamburger FDP-Vorsitzende und Mitglied des Bundestag Sylvia Canel, der Bundestagsabgeordnete für Dirk Fischer sowie der Linken Bundestagskandidat Herbert Schulz, stellten sich jetzt viereinhalb Stunden lang den kritischen Fragen eines Schüler-Moderatorenteams.
Spannende Diskussion
Die spannende Diskussionsrunde verteilte sich auf zwei Halbzeiten und wurde von etwa 300 Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis 13 verfolgt. Vier Wochen intensive Vorbereitungszeit lag hinter den Jugendlichen. So forderten sie die Politiker mit profundem Hintergrundwissen in den Themenbereichen Bildungs-, Sozial-, Finanz-, Außen- und Energiepolitik und NSA-Skandal heraus. Zur Frage der Legitimität von Waffenexporten punktete - nach der Stärke des Beifalls zu urteilen - Herbert Schulz von der Linkspartei am meisten mit seiner Feststellung: „Export von Waffen bedeutet Export von Krieg, das wollen wir nicht mehr.“ Aber auch Grünen-Frontfrau Katharina Fegebank erntete Zustimmung, als sie beim Thema erneuerbare Energien versus weiterem Kohlekraftwerkbau mit Vehemenz ein Umdenken in der Energiepolitik forderte. Zum Abschluss ging es zur Junior-Wahlurne.
Für Schüler ab Klasse 7
Bei diesem 1999 ins Leben gerufenen Schulprojekt führen Schüler ab der 7. Klasse eine Woche vor Bundes-, Landtags- oder Europawahlen Wahlen eine Übungswahl durch. Diese simulierte Wahl wird zuvor im Unterricht inhaltlich und organisatorisch vorbereitet, mit eigenem Wahllokal, Wahlhelfern und allem, was dazu gehört. In den bundesweit 2264 teilnehmenden Schulen hatten zuvor 500.000 Schüler ihre Wahlbenachrichtigung erhalten. So ausgerüstet, gingen die Jugendlichen der beiden Langenhorner Schulen in das eigens für diesen Zweck eingerichtete Wahllokal. „Wir haben hier etwa 90 Prozent Wahlbeteiligung“, kommentierte Lehrer und Initiator Bernd Schoepe die Jungwähler-Warteschlange. Die Ergebnisse werden am 22. September unter www.juniorwahl.de veröffentlicht.
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