Wie Parteien Schule machen wollen

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Ruhiges Lernen – das wünschen sich viele Eltern und Kinder. In Hamburg ist Schule in den letzten Jahren vielen Veränderungen unterworfen. Schulpolitik ist Sache der Länder Symbolfoto: thinkstock

Bildung und Soziales: Das steht in den Wahlprogrammen. Bürgerschaftswahl 2015, Teil 4

Von Rainer Glitz
Hamburg
Am 15. Februar wird in Hamburg eine neue Bürgerschaft gewählt. Das Wochenblatt stellt die Ideen der Parteien für die kommenden Jahre vor. Diesmal: Bildung und Soziales

CDU

Will die Kürzungen bei der Familienförderung und den Jugendangeboten wieder rückgängig machen, soziale Einrichtungen und Beratungsstellen besser finanzieren. Mehr Personal für die Jugendämter, bei Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohls soll der Datenschutz ausgesetzt werden. Kitas sollen mehr Erzieher bekommen, frühkindliche Sprachförderung soll verbessert werden. Die CDU will Gymnasien, Stadtteilschulen und Sonderschulen erhalten, ist für Noten
ab Klasse drei, Schulformempfehlung und mögliches Sitzenbleiben. Ausbau der Ganztagsschulen nach Elternwunsch. Flüchtlinge sollen besser auf die Stadtteile verteilt werden. Die CDU setzt dabei auf mehr Betreuer und Deutschkurse. Asylverfahren sollen kürzer werden, Bewerber gemeinnützige Arbeit verrichten dürfen.

SPD

Setzt auf Kinderschutz und frühe Hilfen, weiterhin Stärkung des Allgemeinen Sozialen Dienstes. Bildung soll gebührenfrei bleiben, gilt für Halbtagsbetreuung in Krippen und Kitas, Schulbücher und Studium. Qualität an Kitas soll verbessert werden, dafür schrittweise mehr Personal. Schulen sollen bis 2019 für rund zwei Milliarden Euro instandgehalten, saniert und erweitert werden. Die SPD will die Ganztagsangebote und die Inklusion verbessern und die Stadtteilschulen stärken. Setzt weiter auf die Jugendberufsagentur für den Übergang in den Job. Will mehr Wohnraum für Azubis und Studenten schaffen. Flüchtlinge sollen künftig gleichmäßiger verteilt werden. Die SPD setzt auf Integration und Einbürgerung sowie mehr Migranten im Öffentlichen Dienst.

Grüne

Wollen gute Ausstattung der Jugendämter für besseren Kin-
derschutz, Rücknahme der Kürzungen in der
offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Familien-
förderung. Personalschlüssel in Krippen und Kitas soll schrittweise verbessert werden. Die Grünen wollen frühere Sprachförderung und Inklusion in Kitas. Setzen auf flächendeckende Ganztagsschulen mit genug Personal und Räumen. Wollen Inklusion an Stadtteilschulen
und Gymnasien. Die Grünen
fordern mehr Mittel für die Hochschulen und mehr Wohnraum für Studierende. Flüchtlinge sollen nicht mehr in großen Sammelunterkünften leben, sondern in Wohnungen oder kleineren Einrichtungen, mit mehr Betreuern. Fordern ein Ende der Abschiebehaft und die Einführung des
kommunalen Wahlrechtes für alle in Hamburg lebenden Ausländer.  

FDP

Will den Betreuungsschlüssel in Krippen verbessern und Kita-Öffnungszeiten flexibler machen. Die FDP steht zum Zwei-Säulen-Modell aus Stadtteilschulen und Gymnasien, will volle Durchlässigkeit zwischen den Schulformen und das Wahlrecht der Eltern. Fordert einen Eingangstest für angehende Lehrer vor dem Studium und eine umfassende Förderung begabter und hochbegabter Schüler. Für die Hochschulen fordern die Liberalen eine auskömmliche Finanzierung und mehr Autonomie. Die Universität soll saniert und ausgebaut werden, Studiengebühren sollen zur Finanzierung beitragen. Bei der Unterbringung von Flüchtlingen soll  die Wohnraumvermittlung verstärkt und dabei auch private Anbieter eingebunden werden. EU-Bürger sollen Wahlrecht für die Bürgerschaft bekommen.

Linke

Fordert gebührenfreie Ganztagsbetreuung in Krippen und Kitas, dazu mehr Personal. Will das Zwei-Säulen-Modell aus Stadtteilschulen und Gymnasien abschaffen und durch „Eine Schule für alle“ ersetzen. Das „Abschulen“ soll wegfallen, die Klassen kleiner werden. Die Linke will die Mittel für Privatschulen kürzen und diese für die Inklusion verwenden. Will die Kürzungen bei offener Kinder- und Jugendarbeit sowie Familienförderung zurücknehmen und die soziale Infrastruktur ausbauen. Fordert Recht auf Ausbildungsplatz. Hochschulen sollen bedarfsgerecht finanziert werden. Fordert Bleiberecht für alle Flüchtlinge, die über
EU-Länder nach Hamburg kommen.

Lesen Sie in der kommenden Woche Teil 5 unserer Serie Bürgerschaftswahl 2015

Lesen Sie hier Teil 1 der Serie Bürgerschaftswahl 2015: „Du bist entscheidend!“

Lesen Sie hier Teil 2 der Serie Bürgerschaftswahl 2015: „Alle setzen auf die Radler“

Lesen Sie hier Teil 3 der Serie Bürgerschaftswahl 2015: „Wie Parteien Schule machen wollen“
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1 Kommentar
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Heiko Maier aus Ahrensburg | 14.02.2015 | 13:02  
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