Zeichen gegen Ausgrenzung

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Keine einfache Aktion: Auf dem Schulhof bildeten 800 Schüler den Schriftzug „Schule ohne Rassismus“ Foto: Nowatzky
 
Gemeinsam mit ihrem Paten, Philip Oprong Spenner (r.), werben die Schulsprecher für eine vielfältige Schule ohne Rassismus Foto: Nowatzky

Gymnasium Heidberg erhält Auszeichnung „Schule ohne Rassismus“

Langenhorn „Im Bus hat mich ein älterer Mann aufgefordert aufzustehen. Ich gehöre hier nicht hin“, erzählte ein Sechstklässler mit dunkler Hautfarbe kürzlich seinem Lehrer Christoph Lindhorst. Und auch Franko-Italienerin Julie Salviac sagt: „Rassismus ist für mich auch nach zehn Jahren in Hamburg leider manchmal spürbar“. Die Schulsprecher des Gymnasiums Heidberg haben dagegen ein Zeichen gesetzt: Mit über 800 Schülern bildeten sie auf dem Schulhof den Schriftzug: „Schule ohne Rassismus“.

900 Unterschriften


Seit zehn Jahren können Schulen sich um die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus“ bewerben, der Trägerverein Aktion Courage vergibt den Titel, wenn mindestens 70 Prozent der der Schüler und Lehrer einer Schule mit ihrer Unterschrift die Aktion unterstützen. Am Gymnasium Heidberg unterschrieben jetzt im zweiten Anlauf fast alle der über 800 Schüler und viele Lehrer und Schulpersonal, insgesamt kamen fast 900 Unterschriften zusammen. Damit ist es die 26. Schule in Hamburg und bundesweit eine von fast 1700 Schulen bisher.
Schulsprecherin Muska Ahmadsei (16) ist begeistert: „Wir sind hier sehr vielfältig“, erklärt sie und zeigt auf die Schüler ganz unterschiedlicher Herkunft, die sich für die Aktion auf dem Schulhof versammeln. Und ihr Kollege Justus Hillebrandt (17) ergänzt: „Diese Aktion ist ein Ausrufezeichen, dass wir uns dafür einsetzen.“
Das ist ganz im Sinne der Initiatoren. Mark Medebach, Referent der Bundeskoordination in Berlin: „Wir wollen Klimawechsel an den Schulen, und zwar gegen Diskriminierung jeder Art.“
Neben der Unterschriftenaktion haben die Schülervertreter auch einen prominenten Paten gefunden: An der benachbarten Stadtteilschule arbeitet der Lehrer und Buchautor Philip Oprong Spenner. Der 35-Jährige schrieb einst ein Buch über seine Geschichte vom Straßenjungen in Afrika bis hin zum Referendar an einer Hamburger Schule und erlebte Rassismus am eigenen Leib. Spenner gratulierte den Schülersprechern zu der engagierten Aktion, ebenso die Vertreterinnen der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die brachten als Kooperationspartner von „Schule ohne Rassismus“ ihre Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ mit und veranstaltet jetzt auch Workshops mit allen Klassen von 7 bis 12.

Titel gilt nur ein Jahr


Das Schulsprecherteam hatte nach seiner Wahl das vor zwei Jahren schon einmal begonnene Thema erneut aufgegriffen und jetzt mit viel Engagement ganz kurzfristig zum Abschluss gebracht. Und mit dem Erfolg auch gleich ihre Nachfolger für die nächsten Jahre verpflichtet: Damit die Schule den Titel behält, muss jedes Jahr ein Projekt nachgewiesen werden.
Für dieses Schuljahr haben Muska und Justus mit ihrem Team schon eine weitere Aktion geplant: „Wir machen einen internationalen Tag mit vielen verschiedenen Essen“, schlägt Muska vor.
Für weitere Ideen steht in der Ausstellung in der Pausenhalle der Schule eine Pinnwand bereit. Auf ihr können alle Schüler und Lehrer ihre Ideen und Vorschläge für Projekttage gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt einbringen. (now)
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