Zwei Zentimeter zu viel

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Drei Zentimeter soll die Kantsteinhöhe betragen. Doch Gulfam Malik hat an der Kreuzung bis zu fünf Zentimeter Höhenunterschied zwischen Straße und Bordstein gemessen. „Mit Rollstühlen und Rollatoren kommt man hier nicht durch“, sagt erFoto Nowatzky

Neu gestaltete Kreuzung: Politiker kritisiert Kantsteinhöhe

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn. Ist die jüngst umgestaltete Kreuzung Langenhorner Chaussee/Foorthkamp ein Hindernis für Behinderte? Um diese Frage ist eine Diskussion zwischen einem Lokalpolitiker und dem Landesbetriebes Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG)? Barrierefrei, das heißt nach Aussage der städtischen Behörde konform mit den Regeln der neuen Planungshinweise für Stadtstraßen (PLAST 10). Drei Zentimeter Kantenhöhe sollen es sein. Doch der Bezirksabgeordnete Gulfam Malik (SPD) hat mit dem Zollstock gemessen und beim Straßenübergang auf der Westseite bis zu fünf Zentimeter Kante zwischen Straße und Bürgersteig festgestellt.
Das Problem: Die drei Zentimeter sind ein Kompromiss zwischen den Anforderungen der Blindenverbände, die fünf bis sechs Zentimeter zur besseren Trennung von Bordstein und Straße bräuchten, und den Menschen, die mit Rollstühlen und Rollatoren am besten ohne Absatz über die Straße kommen. „Wir stecken so viel Geld in Barrierefreiheit, dann muss es auch richtig gemacht werden“, meint der Bezirkspolitiker. Betroffene hatten ihn angesprochen. Nun gab es einen Lokaltermin.
Reinhart Bartsch ist Leiter des Tiefbauamtes im Bezirk Nord. Seine Behörde hat am Langenhorner Markt eine andere Lösung gewählt. Übergänge mit zwei unterschiedlichen Kantenhöhen nebeneinander für unterschiedliche Bedürfnisse. Das hätte er sich auch hier gewünscht, versucht er zwischen Landesbehörde und Politik zu vermitteln.
Doch zumindest vorerst gibt es kein Einlenken des Landesbetriebes: „So ist das für alle nicht gut, aber das ist der Regelfall und an den haben wir uns zu halten“, musste sich Gulfam Malik anhören. Damit will sich der Lokalpolitiker nicht zufrieden geben und weiter für eine bessere Lösung kämpfen.
Dass es auch anders geht, zeigte ein zweiter Ortstermin am Bärenhof. Hier hat der Bezirk die Straße gebaut. Während das Provisorium an der Einmündung zur Langenhorner Chaussee noch umgebaut werden muss, sind die Bürgersteige und Abfahrten zur Straße schon fertig und bereiten vor allem Rollstuhl- und Rollatorfahrern Probleme - das Gefälle ist zu stark. Bartsch versprach, nach einer Lösung zu suchen. „Es gibt keine eindeutige Lösung“, sagt er, doch überlegt schon, wie die Strecke zu entschärfen ist. Die Einmündung in die Chaussee ist dann wieder Sache des Landesbetriebes.
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