Jugendliches Engagement auf dem „Jugendpressekongress“

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In der Medienbörse standen uns Flugschüler der Flugschule der Bundeswehr Rede und Antwort. (Foto: young leaders GmbH)
 
Am Flugsimulator durften die Teilnehmer des JPK selbst ihre Flugkünste ausprobieren (Foto: young leaders GmbH)
„Engagierte junge Menschen?! Die sind doch unpolitisch, ohne Engagement und ohnehin viel zu verwöhnt und ehrgeizig.“ Ein solches Bild haben viele vor Augen, wenn sie an meine Generation denken. Doch vor allem die Flüchtlingskrise macht deutlich: Freiwilliges Engagement und Solidarität gibt es in allen Altersstufen. E kommen auch viele gerade junge Freiwillige zusammen und sortieren an Sammelstellen Kleider, verteilen Verpflegung an Bahnhöfen oder helfen Flüchtlingskindern mit ihren Schularbeiten und der deutschen Sprache. Als der Bau eines Asylantenheims in Klein Borstel wegen einer Klage gestoppt wurde, demonstrierten etwa 1000 Menschen dagegen. Organisiert wurde die Demo von 3 Schülern des Albert Schweitzer Gymansiums. Wir Jugendlichen haben eigene Ansichten und Anliegen und genau deshalb ist unser Engagement auch so vielseitig und wichtig.

Diesen Einsatz zu fördern ist auch eines der Ziele der young leaders GmbH, die gemeinsam mit der Luftwaffe den 147. Jugendpressekongress vom 27. bis zum 29. November 2015 in Laage bei Rostock veranstaltete.

140 sozial und politisch engagierte Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren, darunter ich selbst, kamen aus allen Ecken Deutschlands zusammen, um in die Grundlagen des Journalismus eingeführt zu werden, selbst journalistisch aktiv zu werden und sich über ihr Engagement auszutauschen

In Workshops mit Profijournalisten lernten wir zunächst praktisches journalistisches Handwerk kennen, also beispielsweise wie man eine Nachricht aufbaut oder ein Interview führt. Das Gelernte konnten wir sogleich in der Praxis ausprobieren. Zu dem Leitthema „Luftwaffe und Technik – Chancen für junge Leute“ sollten wir ein Webmag, eine Zeitung und einen TV-Beitrag erstellen. In der sogenannten Medienbörse standen uns hierfür interessante Interviewpartner der Luftwaffe Rede und Antwort (Foto). Hautnah veranschaulicht wurde uns die Arbeit der Luftwaffe durch eine spektakuläre Flugshow mit Eurofightern. Kontroversen und „Zündstoff“ gab es für unsere Beiträge zu Themen wie den Auslandseinsätzen der Bundeswehr oder der Abschaffung der Wehrpflicht zu genüge. Nach der realitätsnahen stressigen Redaktionsarbeit waren jedenfalls alle stolz, als die Ergebnisse zum Abschluss vorgestellt wurden.

Durch die Workshops und die Medienbörse haben viele ihre Berührungsängste gegenüber dem Journalismus abgelegt. Etwas. Was auch mich dazu ermutigt hat, meine Erlebnisse in diesem Betrag mitzuteilen.

Journalismus und Engagement haben viel miteinander zu tun. Unter den Teilnehmern schreiben viele für Lokalzeitungen oder sind Schülerzeitungsredakteure an ihrer Schule. Überhaupt war die Bekanntschaft und der Austausch über das eigene Engagement mit den anderen Teilnehmern sehr motivierend. So sagt die Teilnehmerin Antonia aus Landshut (16): „Wenn ich als engagierte Person hierhergekommen bin, dann gehe ich mit mindestens ebenso vielen neuen Ideen für mein Engagement zurück!“ Und es stimmt: Wenn ich persönlich eine Sache vom Jugendpressekongress mitnehme, dann ist es die Erkenntnis, dass jeder sich auf seine Weise mit seinen ganz eigenen Mitteln engagieren kann!

Wieder auf dem Rückweg nach Hamburg komme ich am Hautbahnhof Rostock mit einer Helferin an einem Infostand für durchreisende Flüchtlinge ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass sie selbst ein ehemaliger „young leader“ ist. Ein aussagekräftiger Abschluss für ein erlebnisreiches Wochenende in Rostock! Jungendliche Engagierte, die Verantwortung für andere übernehmen – so etwas wird es in Zukunft durch Projekte wie den Jugendpressekongress wohl noch häufiger geben.
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