Lemmermanns Abschied

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Uwe Lemmermann (l.) und Dominik Falk mit Falks Tochter Matilda bei der Abschiedsfeier für den Vereins-Opi Foto: tm

Nach 50 Jahren: TuRas Judo-Senior legt Vereinsarbeit nieder

Von Thomas Maibom
Norderstedt
50 Jahre lang hat Uwe Lemmermann in der Sektion Judo beim TuRa Harksheide mitgearbeitet. Nun hat der 73 Jahre alte Norderstedter seine ehrenamtliche Vereinsarbeit niedergelegt.
„Eigentlich wollte ich schon mit 70 aufhören. Aber dann habe ich mich noch mal überreden lassen, ein paar Jahre weiter zu machen“, sagt Lemmermann.
Die Judoka von TuRa Harksheide haben alles versucht, um Lemmermann im Dojo am Exerzierplatz zu halten. Denn er war dort als Trainer und Pressewart nahezu unverzichtbar. „Dass unsere Abteilung einen solch engagierten Mitarbeiter verliert, reißt ein großes Loch in unsere Gemeinschaft“, berichtet Spartenleiter Sven Eggers.

Vereins-Chronik als Abschiedsgeschenk


Nur wenige Monate nach der Gründung des Vereins vor 50 Jahren kam Uwe Lemmermann zu den Kampfsportlern, blieb dabei und ist einer der Schwarzgurtträger der Norderstedter Kampfsportler geworden.
Bei der Jubiläumsfeier im Sommer hatte er in seiner Funktion als Pressewart den Vereinsmitgliedern eine umfangreiche Chronik der Judo-Sparte überreicht. Viele Monate hatte der gelernte Architekt an seinem Meisterstück gearbeitet.
Auch TuRa-Vorsitzende Andrea Mordhorst hofft noch immer, dass Uwe Lemmermann sich noch einmal überreden lässt, doch nicht aufzuhören. Auch seine Vereinsfreunde versuchten ihn im wahrsten Sinne noch an sich zu binden.
Im Dojo stellten sie einen Schaukelstuhl mit wärmendem Schaffell auf und bauten einen großen Fernseher auf. Lemmermann erhielt ein Funktelefon samt einer Liste mit allen wichtigen Telefonnummern. Selbst ein Enkelkind versuchten die Judoka dem scheidenden Pressewart zu besorgen...

Ein Leih-Enkelkind für Uwe Lemmermann


Vereinskamerad Dominik Falk nahm seiner Frau Nelly die gemeinsame Tochter Matilda aus dem Arm und setzte sie dem 73-Jährigen auf den Schoß. Alle waren begeistert, nur Matilda fand das gar nicht witzig. Mit Tränen in den Augen suchte sie ihre Mutter. Lange konnten Falk und Lemmermann sie nicht für ihre neue Rolle begeistern. Selbst das Gewicht, dass Trainer Dominik Falk anschließend an den Fuß des Pressewartes kettete, streifte dieser mühelos ab.
Zum Abschied gab Uwe Lemmermann seinen Nachfolgern, bislang wurde noch kein neuer Pressewart ernannt, einen guten Rat mit auf den Weg. „Geht doch mal in euch. Wenn sich mehrere Vereinsmitglieder finden, die meine Aufgaben in Zukunft übernehmen, dann ist es für den Einzelnen wirklich nicht viel Arbeit“, sagte Uwe Lemmermann, nicht ganz ungerührt von den Aktionen, bei seiner Abschiedsrede.
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