Mit Tanzen das Vergessen vergessen

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Etwa 40 bis 50 Demenzkranke und ihre Angehörigen kommen zu den Demenz-Café-Veranstaltungen mit Tanz beim DRK in Norderstedt Foto: Fuchs
Norderstedt: Kielortring 51 |

Demenz-Café in Norderstedt hilft Betroffenen und Angehörigen

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt
Beschwingt und fröhlich vergessen die alten Menschen und ihre Angehörigen für ein paar schöne Stunden den schwierigen Alltag. Viermal im Jahr lädt der Arbeitskreis Demenz Norderstedter Senioren, die an Demenz oder der Alzheimer-Krankheit leiden, zum Tanz-Café in die Räumlichkeiten des Deutschen Roten Kreuzes am Kielortring in Norderstedt ein. „Für die alten Menschen ist das eine hervorragende Abwechslung, bei der vergessen geglaubte Erinnerungen wach werden“, erklärt Elisabeth Hartojo vom Bildungsträger Adasoft. „Und den pflegenden Angehörigen bietet sich hier so die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen mal auszutauschen, die ihre Lieben zu Hause alleine pflegen müssen.“

Ausbildung für Altersbetreuung

Adasoft kooperiert bei diesen Tanzcafés mit dem Pflegestützpunkt des Kreises Segeberg, erklärt Hartojo, die sich mit zahlreichen Informations- und Gruppenangeboten sowie Ausbildungskursen für pflegende Angehörige in der häuslichen Pflege um die rund 4000 Demenzkranken im Kreis Segeberg kümmert.
Aber das Tanzcafé-Angebot ist nicht nur eine willkommene Abwechslung für die Betroffenen und ihre Partner. Sie dient auch der Ausbildung von bislang Berufsfremden in die Altersbetreuung. So würden bei Adasoft seit fünf Jahren Alltagsbegleiter für pflegebedürftige Senioren ausgebildet. Dies geschieht in fünf Monate andauernden Kursen, die theoretische und praxisnahe Anteile beinhalten. So lernen die angehenden Seniorenbetreuer in diesen Lehrgängen die wichtigsten Fragen zu den Krankheitsbildern und der Gesetzeslage, erläutert die Ausbildungsleiterin Heidlinde Brakopp. In zwei jeweils vierwöchigen Praktika in verschiedenen Pflegeheimen erfahren sie zudem, wie die stationäre Altenbetreuung von demenzkranken Menschen heute aussieht und was es dabei zu beachten gilt.

Pflegende werden entlastet

„Das ist eine so schöne und sinnvolle Aufgabe. Ich brenne dafür“, ist Clarissa Siebert von dieser Seniorenarbeit hellauf begeistert, die extra aus Bad Bramstedt täglich dafür nach Norderstedt kommt. Es sei so wichtig, die Pflegekräfte in den Heimen zu entlasten, indem sie als Alltagsbetreuerin den alten Menschen etwas vorlese, mit ihnen singe oder sie anderweitig sinnvoll mit ihnen beschäftige. Gut 250 solche Alltagsbegleiter seien inzwischen in Norderstedt ausgebildet worden, die nun fast alle in ambulanten und stationären Pflegeinrichtungen meist in Teilzeit die Seniorenarbeit unterstützten, erklärt Heidlinde Brakopp. „Unsere Vermittlungsrate beträgt jetzt 90 Prozent“, sagt sie stolz.

Nächdter Tanztermin am 15. August

Das nächste Demenz-Café beim DRK in Kielortring 51 in Norderstedt ist wieder am Dienstag, 15. August, von 15 bis 17 Uhr. Die Teilnahme ist für alle – Angehörige und Demenzkranke – kostenlos. Für Kaffee und Kuchen sorgen die Altenheime, für die Tischdekoration die Alltagsbetreuer in Ausbildung.
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