Gedenkstätte KZ Wittmoor

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Norderstedt: Am Wittmoor | An dem landwirtschaftlichen Weg Am Wittmoor sah ich dann wieder nur aus den Augenwinkeln das Hinweisschild „Gedenkstätte KZ Wittmoor“.

Ich fuhr rechts ran und stieg mit meinem Hund aus. Noch ein kurzer Blick auf die Richtung des Pfeils und wir liefen los.

Der Pfeil zeigte auf einen schattigen Hohlweg, rechts und links von Hecken eingegrenzt. Hinter den Hecken konnte man grosse Felder und Pferdekoppeln sehen. Sie befinden sich im Naturschutzgebiet Wittmoor.

Nach geschätzten 1200 Metern wollte ich schon aufgebe und umkehren, als uns eine Radfahrerin entgegen kam. Diese fragte ich nach der Gedenkstätte und nach ihrer positiven Auskunft kamen wir dort nach weiteren 300 Metern an.

Die Gedenkstätte besteht aus einen kleinen Areal von 10 Metern Breite und 5 Metern Tiefe. Links an der Gedenkstätte befindet sich die Hinweistafel, die uns die Geschichte dieses ersten Hamburger KZ näher brachte. Es waren auch zwei alte Fotos zu sehen, die das KZ aus der Luft zeigten.

An der rechten Seite steht eine kleine Bank, um sich auszuruhen. Der Boden besteht aus geschredderten Ästen und rechts und links stehen zwei Blumenkübel.

In der Mitte befindet sich ein Findling, auf dem eine Bronzeplatte mit dem Gedenktext angebracht wurde.

Die Tafel mit den beiden Bildern sagt uns, dass die Einrichtung dieses KZ bereits am 31.03.1933 von den Nationalsozialisten angeordnet wurde. Das Gelände diente vorher der Torfverwertung des nahegelegenen Wittmoors. Auf dem Gelände wurden Mitglieder der KPD, SPD, Zeugen Jehovas, sowie Transvestiten und Homosexuelle untergebracht. Sie sollten durch Arbeit umerzogen werden.

Es war nur ein kleines KZ mit 20 Inhaftierten, zu denen bis September 1933 140 Gefangene dazu kamen. Hauptsächlich wurden sie zur Torfgewinnung eingesetzt.

Es war angedacht, dass hier bis zu 800 „Andersdenkende“ untergebracht werden sollten, aber das Lager war zu klein und auch nicht winterfest. Nach einem Besuch des Hamburger Statthalters Karl Kaufmann beanstandete er, dass hier zu wenig geprügelt wurde.

Da eine Erweiterung unwirtschaftlich erschien, wurde auf Anordnung des Hamburger Innensenators das KZ Ende Oktober 1933 geschlossen und die Gefangenen kamen in das KZ JVA Fuhlsbüttel.
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