Ein Leben für die Briefmarke

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Klaus Nahnsen mit einer Marke von Queen Elisabeth aus dem Jahre 1961 Foto: oj
 
Kataloge im Wert von 600 Euro werden jährlich gekauft Foto: oj
Hamburg: Paeplowweg 6 |

Seit 75 Jahren existiert der Hamburger Sammlerverein BSV

Von Olaf Jenjahn
Groß Borstel
Das Knistern der Schutzseiten im Briefmarkenalbum ist deutlich zu hören. Briefmarken werden kritisch beäugt, verglichen und bewundert, Kataloge gewälzt. Schon weit vor 16 Uhr haben sich einige Mitglieder des Briefmarkensammler-Vereins Hamburg Winterhude-Alsterdorf (BSV) in den Räumlichkeiten des Clubheims des Tennis Center Groß Borstel zusammengesetzt und frönen ihrer Sammelleidenschaft.

Aktuell 75 Mitglieder

Seit 75 Jahren gibt es den BSV, dem aktuell 50 Mitglieder, darunter zwei Frauen, angehören. „Es gab damals einen harten Kern von Männern, die nahe beieinander wohnten und die dem gleichen Hobby nachgingen, dem Briefmarkensammeln. Joseph Langer war der Zusammenhalt der Gruppe und der Neubeschaffer von Marken der Deutschen Reichspost. Als diese 1942 forderte, die Sammler in der „KdF Sammelgruppe Winterhude-Alsterdorf“ anzumelden, war der Verein praktisch gegründet“, erzählt Klaus Nahnsen, heute der Vorsitzende des BSV. Rund 180 Mitglieder hatte der BSV kurz nach dem Ende des Krieges, mittlerweile hat sich die Zahl der Mitglieder bei 50 eingependelt. „Aber es ist natürlich schwer, weitere Mitstreiter zu finden“, sagt Nahnsen. Der heute 73-Jährigen kam mit seinem Zwillingsbruder durch den Vater zum Briefmarkensammeln, die Schwester interessierte sich nicht dafür. „Und genauso ist es auch mit meiner Tochter“, sagt Nahnsen. Regelmäßig erreichen den Vorsitzenden des BSV Anfragen, welchen Wert geerbte Sammlungen haben. „Das Interesse, die Sammlungen zu verkaufen ist in der Regel sehr hoch. Das Hobby weiterführen möchte kaum jemand.“ Auch an diesem Nachmittag erscheint ein älterer Herr mit einem Beutel voller Briefmarken. „Die möchte ich verschenken“, sagt er. Schnell kümmern sich die Mitglieder des Vereins um den Mann und kommen mit ihm ins Gespräch. Auch er sammelt seit vielen Jahren Briefmarken, hat von dem wöchentlichen Treff des BSV gehört und machte sich auf den Weg.

Regelmäßige Tauschtreffen

„In Hamburg haben wir noch drei größere aktive Vereine. Unsere wöchentlichen Tauschtreffen sind schon etwas Besonderes, Gäste sind natürlich gern willkommen“, sagt Klaus Nahnsen. Die Briefmarkenfreunde des BSV tauschen untereinander Fehllisten, damit die eigenen Sammlungen vervollständigt werden können. „Die Freude über eine neue Marke ist groß, es ist schön, etwas in eine Sammlung einordnen zu können“, sagt Nahnsen. Die Mitglieder geben sich ihre Alben vertrauensvoll mit nach Hause, um dort in Ruhe nach fehlenden Exemplaren zu suchen. Siebenmal im Jahr führt der BSV Versteigerungen durch, aus dem zehn Prozent des Umsatzes an den Verein fließen. „Das Geld benötigen wir, um beispielsweise Kataloge zu erwerben“, sagt Klaus Nahnsen. Rund 600 Euro gibt der BSV jährlich für Kataloge aus. Nach dem Großtauschtag Anfang April, auf dem ein Sonderpostamt einen Sonderstempel anlässlich des 75-jährigen Bestehens des BSV führte, gibt es am 30. April das große Stiftungsfest des Vereins im Landhaus Walter. „Gemeinsam mit befreundeten Briefmarkenvereinen werden wir unser Jubiläum feiern“, freut sich Klaus Nahnsen.

Weitere Infos: Briefmarkensammler-Verein Hamburg Winterhude-Alsterdorf
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