Neue Leiterin im Jakob-Junker-Haus

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Maren Siewert hat die Leitung des Jakob-Junker-Hauses der Heilsarmee für obdachlose Männer übernommen Foto: Hanke
Hamburg: Borsteler Chaussee 23 |

Das Heim für obdachlose Männer der Heilsarmee in Groß Borstel wird jetzt von Maren Siewert geführt

Groß Borstel Sie ist seit Anfang des Jahres die „Neue“, aber alle kennen sie, denn Maren Siewert arbeitet schon seit 20 Jahren im Jakob-Junker-Haus, der Einrichtung der Heilsarmee für obdachlose Männer an der Borsteler Chaussee. Im Januar hat Maren Siewert die Leitung des 1904 gegründeten Jakob-Junker-Hauses von ihrer Vorgängerin Luise Schröder übernommen. Vorher war sie bereits Betreuungsleiterin, zuständig für die neun sozialpädagogischen Mitarbeiter. Sozialpädagogik hat sie auch studiert. In Berlin, wo sie erste Erfahrungen in einer Einrichtung für Obdachlose sammelte. Aber die gebürtige Hamburgerin zog es bald in ihre Heimatstadt zurück. Vor 20 Jahren begann die 44-Jährige im Jakob-Junker-Haus. Da ist sie längst eine Institution. „Ich wollte immer mit Erwachsenen arbeiten“, erzählt die neue Leiterin, die sich nach ihren ersten Erfahrungen mit Obdachlosen entschloss, ihnen eine „helfende Hand zu geben“. Dabei ist es geblieben. Auch weil sie hier mit dem ganzen Spektrum sozialpädagogischer Arbeit zu tun hat. „Unter Obdachlosen findet man alle Problembereiche. Man hat mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten zu tun. Das ist spannend“, findet Maren Siewert. 76 Plätze hat das Jakob-Junker-Haus, weitere zwölf stehen in Containern zur Verfügung.

Hilfe bei der Wohnungssuche

Siewert ist auch bei der Wohnungssuche behilflich, verhandelt mit Vermietern und begleitet die, für die eine eigene Wohnung gefunden wurde, auf dem Weg in die Eigenständigkeit. „Frühere Bewohner des Hauses, die in eine eigene Wohnung gezogen sind, können immer zu uns kommen, wenn sie Probleme haben“, sagt sie. Die Probleme, mit denen sich die Leiterin auseinandersetzen muss, sind vor allem seelischer Natur. „Das größte Problem für Bewohner von uns, die in eine eigene Wohnung ziehen, ist die Einsamkeit. Alle wollen zwar die eigene Wohnung, aber sie sind auch im Zwiespalt, denn hier werden sie in vielen Bereichen betreut, haben Kontakte zu anderen Bewohnern“, berichtet Maren Siewert. Aufgrund des Zustroms von Flüchtlingen seit Herbst 2015 hat sich die Situation der Obdachlosen verschärft. Aber sie war auch schon vorher nicht optimal.

Gutes Netzwerk

Obwohl Maren Siewert das Haus in- und auswendig kennt, muss sie als Leiterin nun alles im Blick haben, zum Beispiel auch „Fragen der Haustechnik“. Neuerungen für das Haus hält sie nicht für notwendig. „Ich habe ein sehr gut bestelltes Haus übernommen“, verteilt sie ein dickes Lob an ihre Vorgängerin. Die Vernetzung mit dem Stadtteil ist ihr sehr wichtig. Da gibt es den Borsteler Tisch, Mahlzeiten für Hilfsbedüftige, den die Heilsarmee betreibt, sowie Kontakte zu den Borsteler Institutionen und zu einigen Geschäften. Da braucht sich Maren Siewert nicht mehr vorzustellen. Man kennt sich. Kontinuität kann etwas sehr
Schönes sein. (ch)

Weitere Infos: Jakob-Junker-Haus
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