Verliert Groß Borstel auch noch die Kirche?

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Für die St. Peterkirche gibt es kein Geld mehr aus dem Kirchenkreis. Jetzt ist Groß Borstel gefragt Foto: Hanke
Hamburg: Schrödersweg 1 |

Ende der Subventionen für St. Peter – Jetzt werden neue Wege gesucht

Von Christian Hanke
Groß Borstel/Eppendorf
Was wird aus Groß Borstels einziger Kirche? Die Synode des Kirchenkreises Hamburg Ost hat jetzt entschieden, kein Geld mehr für die Kirche St. Peter zu geben (das Wochenblatt berichtete). Für das Gemeindehaus und den Höger-Saal allerdings schon. Die Gemeinde bleibt damit bestehen. „Das ist die Hauptsache“, findet Pastor Jens-Uwe Jürgensen. Nur eine kleine Einbuße muss die Martinusgemeinde in Eppendorf hinnehmen. Ein Gebäude kann künftig nicht mehr mit Kirchenkreismitteln unterhalten werden. Der Kirchenkreis Hamburg Ost hatte kürzlich die Gebäudefinanzierung von neun seiner 116 Gemeinden bewertet, die bei einer ersten Runde vor einem Jahr noch ausgespart worden war. Darunter befinden sich die vier Alsterbundgemeinden, zu denen St. Peter und St. Martinus gehören.

Sorge in Groß Borstel

Die Entscheidung löste besorgte Mienen in Groß Borstel aus. Niemand weiß genau, wie lange das Geld der Gemeinde reicht, um die Kirche zu finanzieren. Die Anzahl der Kirchenglieder ist von 1993 bis heute von 4.200 auf 2.600 zurückgegangen und die Kosten steigen. Anlagen der Gemeinde bringen derzeit kaum Zinsen. Die Gemeinde St. Peter ist angehalten, jährlich 30.000 Euro an Rücklagen zu bilden. Doch diese Summe wird irgendwann aufgebraucht sein, zumal verschiedene Sanierungen des Kirchengebäudes anstehen, für die es nun kein Geld mehr aus dem Steuersäckel gibt. Noch fließt Geld von einer Stiftung und durch Spenden.

Stadtteil muss helfen

„Wir brauchen jetzt die Unterstützung des Stadtteils“, appelliert Jürgensen an die Groß Borsteler. Die Bereitschaft zu helfen ist groß, wie eine Infoveranstaltung zur Lage zeigte. Es gab Vorschläge, um den Abwärtstrend aufzuhalten (das Wochenblatt berichtete). Zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit der benachbarte Carl-Götze-Schule. Die Verhandlungen laufen. Doch die Sorge bleibt: Bricht nach Post, Haspa und einigen Läden in Groß Borstel jetzt auch die Kirche weg?

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