Eine Arche Nova in Eilbek

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Detlef Horstmann (l.) und Dietrich Fuchs sind die Geschäftsführer der Arche Nova, in der jetzt 32 Menschen leben und auch eine Tagesförderung eingerichtet wurde Foto: Karen Grell
 
Die Arche Nova hat einen Anbau bekommen und damit acht neue Plätze Foto: Grell
Hamburg: Hirschgraben 25 |

Hilfe für Menschen mit erworbenen Hirnschäden. Hamburger Einrichtung bietet 32 Menschen ein Zuhause

Von Karen Grell
Eilbek
In der Arche Nova im Stadtteil Eilbek gibt es Hilfe für Menschen mit „erworbenen Hirnschäden“. Die Ursache dieser Schäden kann ein Schlaganfall, eine Kopfverletzung bei einem Sport- oder Verkehrsunfall sein. Geschäftsführer Dietrich Fuchs und Detlef Horstmann haben in der Einrichtung Platz für 32 Menschen, die hier vorrübergehen oder dauerhaft leben. Seit kurzem existiert auch eine Tagesförderung, die von Betroffenen genutzt werden kann. Dadurch werden Betroffene besser in den Alltag integriert.

Teilhabe am alltäglichen Leben

„Viele wissen gar nicht, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen“, bedauert Horstmann. Wer mit Hirnschäden, die oft durch Unfälle verursacht werden, zu Hause sitze, sei mit seinen Einschränkungen schnell überfordert und nicht selten nur schlecht betreut. Angehörige und Freunde können oft die Pflege nicht übernehmen. Dann werden die Betroffenen oft in Altersheimen oder Einrichtungen für Menschen mit geistigen Behinderungen untergebracht. Wie wichtig aber der Versuch ist, auch mit den Einschränkungen wieder zurück ins Berufsleben zu kommen und einen geregelten Alltag zu finden, weiß Dietrich Fuchs. Er erlebte Bewohner, die nach Monaten wieder allein Einkaufen gehen und auch im Stadtteil unterwegs sind. „Die Akzeptanz unserer Bewohner im Viertel ist sehr groß“, freuen sich die Geschäftsführer des Hauses. Dietrich Fuchs möchte nun auch noch weitere Menschen ansprechen, die in der hauseigenen Tagesförderung Unterstützung bekommen könnten. Mit der Eingliederungshilfe sei es möglich, wieder zur Teilhabe am alltäglichen Leben zurückzufinden.

Aus dem Leben gerissen

„Die Geschädigten sind in einer komplett anderen Situation als pflegebedürftige Senioren oder geistig behinderte Menschen“, erklärt Fuchs, „weil sie aus einem normalen Leben herausgerissen, jetzt mit der neuen Situation erst einmal fertig werden und ihre Einschränkungen akzeptieren lernen müssen“. Das brauche viel Geduld und eine gute Zusammenarbeit mit den Betroffenen und deren Angehörigen.

Motto „Zurück ins Leben“

Gegründet wurde die Einrichtung bereits im Jahr 2009 von einer Selbsthilfegruppe mit 24 Bewohnern. Dank eines zusätzlichen Anbaus gibt es acht weitere Plätze und Raum für die Tagesförderung. „Jeder Teilnehmer wird dort so gefördert, wie es individuell zu ihm passt“, erklärt Horstmann. „Wer wieder lesen und schreiben lernen muss, erhält genauso die Hilfe, wie ein anderer, der handwerkliche Fähigkeiten zurückgewinnen möchte.“ Während die Arche Nova für die einen ein Übergang zurück in die eigene Wohnung ist, gibt es auch Betroffene, die hier ein neues Zuhause finden. „Es kommt immer ganz auf die Verletzungen und die Schädigungen der Menschen an“. Jeder Bewohner hat bei der Arche Nova ein eigenes Zimmer mit Bad. In einer gemeinsamen Küche wird zusammen gekocht, für das Essen auch in Gruppen eingekauft. Das Motto hier lautet: „Zurück ins Leben“.

Weitere Infos: Arche Nova
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 17.12.2016 | 18:42  
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