Für ein besseres Image der Stadttauben: Tierschützer legen Beschwerde gegen Firma Rentokil ein

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Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass Stadttauben Krankheiten übertragen. Mit ihrer Beschwerde gehen Tierschutzvereine und Taubenexperten nun aktiv dagegen an. Foto: Saimen./photocase.de
Der Hamburger Stadttauben e. V. hat am vergangenen Montag beim Verbraucherschutzverein gegen unlauteren Wettbewerb e. V., bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, beim Verbraucherzentrale Bundesverband und beim Deutschen Werberat Beschwerde gegen die Schädlingsbekämpfungsfirma Rentokil eingelegt. Diese verbreitet auf ihrer Internetseite und in Werbebroschüren gezielt Falschaussagen über Stadttauben als Krankheitsüberträger und Schädlinge, um ihr Geschäftsfeld zu sichern. Unterstützt wird die Initiative vom Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V., vielen weiteren Vereinen sowie von namhaften Vogelexperten. Gemeinsam fordern sie Rentokil auf, die Aussagen umgehend zu berichtigen.

Umfangreiche Recherchen des Hamburger Stadttauben e. V. haben ergeben, dass die Firma die Unwissenheit potenzieller Kunden ausnutzt und bei ihnen massiv Angst vor Tauben schürt. So behauptet Rentokil auf der Internetseite unter dem Menüpunkt „Tauben: Krankheiten und Schäden“, dass von diesen Tieren und deren Hinterlassenschaften zum Teil lebensbedrohliche Gefahren für Menschen ausgehen. Von tödlicher Lungenentzündung bis zur Hirnhautentzündung werden elf Krankheiten genannt, bei denen ein Infektionszusammenhang mit Stadttauben bestehen soll. Die Recherchen, die von fachkundigen Tierärztinnen und -ärzten begleitet wurde, ergaben jedoch: All das sind Falschangaben. „Die Darstellung auf der Homepage von Rentokil und auch auf anderen Seiten von Schädlingsbekämpfern sind völlig überzogen. Hier wird einfach Panik geschürt“, sagt der Leipziger Tierarzt Jens Hübel, der die Beschwerde unterstützt.

So sind zum Beispiel die Salmonellen, die Tauben befallen, für den Menschen völlig harmlos. Selbst andere Vögel werden von ihnen nicht angesteckt. Ebenso wenig kann Taubenkot für jährliche Gebäudeschäden in Millionenhöhe verantwortlich gemacht werden, wie ein Prüfbericht der Technischen Universität Darmstadt belegt.

„Wir haben uns gefragt, warum immer wieder auch sehr freundliche Menschen Tauben beschimpfen. Wer profitiert von diesem schlechten Image? Das Internet gab die Antwort: Taubenabwehrunternehmen und Schädlingsbekämpfer. Sie versetzen Menschen in Angst und Schrecken und machen Tauben zu Tieren, die man verachten darf. Das muss ein Ende haben, denn Tauben verdienen unsere Wertschätzung wie alle anderen Tiere auch!“, sagt Inge Prestele, 2. Vorsitzende vom Hamburger Stadttauben e. V.

Die Firma Rentokil mit Hauptsitz in Lingen gilt als Marktführer für Schädlingsbekämpfung und Taubenabwehr in Deutschland. Hat die Beschwerde Erfolg, muss die Firma die Falschaussagen von ihrer Internetseite entfernen. Ziel der Beschwerdeführer und Unterstützer ist es, dass anschließend alle anderen Taubenabwehrunternehmen diesem Beispiel folgen. Die Initiatoren sind sich sicher: Die Verleumdung der sanften Tiere als Krankheitsüberträger muss ein Ende haben, damit ein tierschutzgerechter Umgang mit Tauben möglich wird. Wenn Menschen Tauben ohne Angst als die sanften, freundlichen und treuen Vögel wahrnehmen, die sie sind, ist ein großer Schritt zum friedlichen Miteinander getan.

Hintergrund: Taubenschutz in Hamburg


Seit drei Jahren kooperiert der HTV mit dem Hamburger Stadttauben e. V. Gemeinsames Ziel ist es, die Lebensqualität und das Image der Tauben in Hamburg zu verbessern. Hierzu setzen die Vereine auf eine tierfreundliche Bestandsregulierung – also betreute Taubenschläge, in denen die Tiere artgerecht gefüttert, medizinisch versorgt und in denen die Eier rechtzeitig gegen Gipsattrappen ausgetauscht werden. Der HTV betreibt seit September 2016 einen Taubenschlag auf der Centrum-Moschee an der Böckmannstraße und baut derzeit einen weiteren Schlag auf dem Tierheim-Gelände. Der Hamburger Stadttauben e. V. kümmert sich zudem erfolgreich um einen Taubenschlag im Hamburger Hauptbahnhof.

Weitere Informationen: www.hamburger-tierschutzverein.de
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1 Kommentar
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Kurt Hoffmann aus Hamm | 28.06.2017 | 10:30  
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