Patenwochenende im Tierheim des Hamburger Tierschutzvereins

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Aug` in Aug` mit unseren Sorgenfellchen. Foto: Hamburger Tierschutzverein
 
HTV-Schatzmeister Manfred Graff steht einem Teil unserer Tierheimpaten Rede und Antwort. Foto: Hamburger Tierschutzverein
 
Unsere Katzenpaten auf dem Weg zu ihren Schützlingen. Foto: Hamburger Tierschutzverein

So viele Gäste wie nie zuvor folgten den Einladungen zu unseren alljährlichen Patentreffen. Wir freuen uns sehr über diese stetig wachsende Gemeinschaft finanzieller Unterstützung. Denn Patenschaften helfen uns, die aufwändige und kostenintensive Pflege und Betreuung unserer Sorgenfellchen auszubauen.

Beim Tierheimpatentreffen am Freitag berichteten HTV-Schatzmeister Manfred Graff, Pressesprecher Sven Fraaß und Patenbetreuerin Carolin Zink bei Kaffee und Kuchen von den neuesten Erfolgen und weiteren Entwicklungen unserer Vereinsarbeit. Die Kooperation mit dem Hamburger Stadttauben e.V. und die Einweihung unseres eigenen Taubenschlags, die zurückliegenden dramatischen Einschränkungen unseres Tierheimbetriebes durch die Geflügelpest und unsere vier neuen Lebensräume (Seite 16) für Katzen, das sogenannte Pfotengetümmel, kamen zur Sprache. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen, unseren interessierten Gästen diesen Neubau stolz zu präsentieren. Aber auch die umgebaute Kleintiersozialstation, die nun auch in diesem Bereich die Trennung lauter Vögel von geräuschempfindlichen Säugern ermöglicht, sowie die dringend benötigte Aufteilung in Trockenraum und Feuchtraum zur optimierten Reptilienunterbringung und ebenso unsere rund um die Uhr betreute und ohne öffentliche Gelder finanzierte Aufzuchtstation für hauptsächlich einheimische Wildtiere waren Bestandteil der spannenden Führung durch unsere verschiedenen Stationen. Obwohl uns Hamburg mal wieder „Schietwetter“ bescherte, waren Aufmerksamkeit und Neugierde unseres Besuchs ungebremst. Bei einem abschließenden Plausch fand unsere Tierversorgung große Anerkennung, da sie vor allem durch die Gruppenhaltung und die verschiedenen Baumaßnahmen für deutlich mehr Tierwohl sorge, als es noch vor einem Jahrzehnt der Fall war. Dieser Einschätzung schließen wir uns natürlich an! Und diese Leistung ist auch der Großzügigkeit unserer Tierheimpatinnen und -paten zu verdanken.

Abschied nicht nur mit Freude

Mit knapp 50 Gästen bekamen unsere Katzen am Samstag den meisten Besuch, obgleich wir mehr Hundepatenschaften verzeichnen. Unser Schatzmeister stellte die erfreuliche Zunahme an Patenschaften in allen Bereichen vor, Vorstandsbeisitzerin Dr. Corinna Cornand ging auf die gesundheitlichen Probleme, die zu Abgaben und Aussetzungen führen, oft aber auf schlechte Haltung und Missverständnisse zurückzuführen sind, ein. Frisch mit Kuchen, Kaffee und Informationen gestärkt führten erneut Sven Fraaß und Carolin Zink mitsamt der beiden Vorstandsmitglieder durch unser Tierheim. Unterstützung bekamen sie von unserer Katzenhausleitung Hannelore Hischer, die nach mehr als 40 Jahren Betriebszugehörigkeit nicht nur jede Station wie ihre Westentasche kennt, sondern auch unsere Sorgenkatzen. Gerade für die chronisch kranken Tiere, ob sie nun Diabetes oder eine Schilddrüsenüberfunktion haben und Medikamente oder Spezialfutter benötigen, und für verunsicherte Schützlinge, die das Vertrauen zum Menschen erst noch oder wieder gewinnen müssen, ist es eine große und oft langwierige Herausforderung, ein fürsorgliches und verantwortungsvolles Zuhause zu finden. Während des Rundgangs über das Tierheimgelände erinnerten wir noch einmal an die kürzlich verstorbene Lucy aus der Tieraufnahme und die nach fast drei Jahren endlich glücklich vermittelte Lusi mit Rolling-Skin-Syndrom, besuchten unseren „Pfundskerl“ Schurek im Pfotengetümmel und konnte die frohe Nachricht verkünden, dass der gehandicapte Siam-Kater Purzel in eine liebevolle Dauerpflegestelle umzog. Bei der Flucht vor dem Regen in unsere verschiedenen Katzenstationen konnten schließlich alle Patinnen und Paten nicht nur ihren Schützlingen, sondern auch vielen unserer über 300 Samtpfoten so nah kommen, wie es den Tieren angenehm war. Dabei gab es viele ganz persönliche und besondere Begegnungen, vor allem in unserer Katzen-Mutter-Kind-Stationen, in der ein besonders schmusiger Tiger, der gehörlose weiße Mello und einige Katzenkinder sich sehr dankbar über den zahlreichen Besuch zeigten. Und Katzendame Ami aus der Sozialstation hat sogar zwei unserer Katzenpaten so sehr verzaubert, dass sie am Montag gleich bei ihnen einziehen durfte – wohlgemerkt als vierte Katze aus unserem Tierheim. 

Eine besonders große Überraschung

Sonntag war der fast genauso besucherstarke Tag der Hundepatinnen und -paten. Dieses Mal hatte neben unserem Schatzmeister noch die Vorstandsbeisitzerin Charlotte Pockrand, die bei uns im Verein als Gassigeherin anfing und schon mehrfach in Rumänien bei der Hundeversorgung half, das Vergnügen und die Ehre, grüßende und dankende Worte an die Gäste zu richten. Von Interesse waren dabei die Zahlen aufgenommener und vermittelter Hunde aus Rumänien (Seite 14), die mit fast 400 Adoptionen eine deutliche Erfolgsbilanz vorweisen. Hundetrainerin Susanne David stellte anschließend mithilfe ehrenamtlich aktiver Gassigeherinnen und -geher, von denen einige auch zu unserer Patenfamilie gehören, erste Patenhunde direkt im Kinosaal vor und die Patinnen und Paten konnten danach, soweit die Hunde es wollten, etwas Zeit mit ihnen verbringen. Besonders zu Herzen gehend war der tapfere „Einmarsch“ unseres Corgi-Senioren Jack, der leider schon seit einigen Jahren auf sein großes Glück wartet und nicht mehr viel Zeit hat. Tröstend war es jedoch sicherlich für alle Anwesenden, dass Jack von seiner Bezugsperson fürsorglich und nachsichtig spazieren geführt und liebgehabt wird, sodass er bei uns das noch größtmögliche Glück erfährt und unser Tierheim mit weiteren grauen Schnauzen sein persönlicher Hospizplatz ist. Im Anschluss folgte auch hier wieder ein Rundgang über das Gelände und mit Hintergrundinformationen zu den verschiedenen vorübergehenden Lebensräumen durch Sven Fraaß und zu den jeweiligen Bewohnerinnen und Bewohnern durch Susanne David. Mit einer besonders großen Überraschung ging es gleich los, denn die Dogge Kyra war mit ihren Pflegemuttis zu Besuch! Für die alte Hundedame war der Tierheimalltag zu stressig und für unsere Seniorengruppe war sie zu groß. Deshalb war die Dauerpflegestelle das Beste, was ihr passieren konnte. Weitere ehrenamtlich Aktive standen mit Patenhunden bei schönstem Sonnenschein auf der Wiese im Herzen unseres Tierheims parat, bevor die Hunde besucht wurden, die einer so großen Schar fremder Menschen erst einmal skeptisch gegenüber stehen und sich daher in Ausläufen sowie an unserem Badeteich befanden. Einige Vierpföter waren dann aber doch schnell für die angebotenen Streicheleinheiten und Leckerlis zu begeistern. Besonders erfreulich war, dass wir von einigen schon bald bevorstehenden Vermittlungen berichten konnten. Unsere treuen Pateneltern nutzten daraufhin die Chance und suchten sich ihre neuen Patenkinder gleich persönlich vor Ort aus. Dazu gehören sicherlich auch die alte Hundedame Säge, die lange behördlich beschlagnahmt war, und der Hund-Opi Mexx, der den Sohn der Familie beim Beten störte, die wir nach dem Rundgang noch im Kinosaal vorstellten und die Herzen aller eroberten.

Auch für unsere Tierpaten war nach den Rundgängen noch genügend Zeit für anregende Gespräche beim Beisammensein im Kinosaal vorhanden. Neue Erkenntnisse und Eindrücke wurden ausgetauscht und führten zu dem sicheren Gefühl, dass die Patenschaftsspenden gut eingesetzt werden. Da die Patentreffen immer gut besucht sind, können alte Bekanntschaften gepflegt, aber auch neue gemacht werden, da auch unsere Patenfamilie immer größer wird: Mittlerweile können wir stolze 606 Patenschaften, die zusammen monatliche Einnahmen von 13.610 Euro bedeuten, vorweisen! Für diese große finanzielle und oftmals auch tatkräftige Unterstützung (indem unseren Katzen vorgelesen wird und unsere Hunde ausgeführt oder andere Aufgaben übernommen werden) sind wir sehr dankbar. Zum Abschied gab es für unsere Patinnen und Paten unserenImmerwährenden Kalender, den auch Sie im Tierheim käuflich erwerben oder bestellen können.

Werden auch Sie Pate! Mit einer Tierheimpatenschaft helfen Sie nicht nur den Tieren, die besondere Bedürfnisse haben, sondern die regelmäßigen Spenden helfen auch Baumaßnahmen und umfassende und nötige Renovierungsarbeiten zu ermöglichen. Mehr zur Tierheimpatenschaft können Sie hier nachlesen.

Mit einer Tierpatenschaft übernehmen Sie hingegen gezielt die Patenschaft für einen Hund oder eine Katze, der oder die einen erhöhten finanziellen Aufwand unsererseits bedarf. Das verbessert unsere Bemühungen, auch „Ihrem“ Patentier optimiert zu helfen, sodass zum Beispiel individuelle Behandlungen möglich werden. Hier erfahren Sie noch mehr über unsere Tierpatenschaften.

Herzlichen Dank allen Unterstützerinnen und Unterstützern!

Hier geht es zur Fotogalerie aller drei Treffen.
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