Pelz war gestern, heute ist Mitgefühl! – Große Demo am 23. September auf dem Rathausmarkt

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Seit einigen Jahren trauriger Trend: Echtpelzbommel an Mützen.

Der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V., die ANIMALS UNITED e. V. Aktionsgruppe Hamburg, die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, das Deutsche Tierschutzbüro e. V., Schutz der Waschbären e. V., die Stiftung VIER PFOTEN, die Animal Rights Watch e. V. Aktionsgruppe Hamburg, das PETA ZWEI Streetteam Hamburg, die Offensive gegen Pelzindustrie und ProVeg Deutschland rufen gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern für Samstag, 23. September 2017, ab 12 Uhr zu einer großen Anti-Pelz-Demonstration auf dem Hamburger Rathausmarkt auf.



Die Organisatoren haben ein buntes und aufrüttelndes Programm mit Gastauftritten, Informationsständen und abschließender Kundgebung zusammengestellt. Erwartet werden Holger Stanislawski (ehemaliger FC St. Pauli Trainer), Simone Sombecki (Moderatorin „Tiere suchen ein Zuhause“), Sandy P.Peng (Tierrechtlerin, Tattoomodel und Tierrechtsmodevertreiberin), Cate Evans und Band (Sängerin), Joachim Zawischa (Kabarettist) und Sascha Herchenbach (Moderator „VeggieViews TV“ und Schauspieler). Tierrechtsbund Aktiv e. V. aus Bremen wird die Aktion übertragen.

Echtpelz liegt wieder voll im Trend. Tierfelle werden verarbeitet an Kragen, Mützen, Wohn- und Modeaccessoires. Über 100 Millionen Tiere sterben jährlich für diese sinnlose Modewelle – das sind drei Tiere in jeder Sekunde. Davon werden 47 Millionen Tiere unter grausamen Bedingungen in winzigen Drahtkäfigen gehalten. 15 Millionen frei lebende Wildtiere geraten in Fangeisen und Schlingen von Fallenstellern, in denen sie unter unendlichen Schmerzen um ihr Leben kämpfen. Verantwortlich dafür sind große Unternehmen wie Canada Goose und Woolrich. Viele der hierzulande verkauften Pelze stammen aus China, wo es keine Tierschutzgesetze gibt. Die Tiere werden erschlagen, verbluten oder werden bei vollem Bewusstsein gehäutet. Aus China kommen auch die Felle von etwa 600.000 Hunden und Katzen, die auf dem deutschen Markt mit falscher oder fehlender Deklaration als vermeintlicher Wildtierpelz oder angeblicher Kunstpelz angeboten werden.

Gemeinsames Ziel der Tierschutzorganisationen ist es, bei der Demo möglichst viele Menschen über die grausame Tierquälerei bei Käfighaltung, Fang und Tötung der Pelztiere aufzuklären und auf die Kunstfellproblematik hinzuweisen – und das noch vor dem saisonalen Herbst- und Winterkleidungseinkauf.

Der dringende Appell an alle Konsumentinnen und Konsumenten lautet: Kaufen Sie schöne Herbst- und Winterkleidung ohne Fellbesatz, kaufen Sie in Warenhäusern, die auf Pelz verzichten und klären Sie andere auf.

Hintergrund: Pelztierhaltung in Deutschland

In Deutschland werden vor allem Nerze, Iltisse, Chinchillas, Füchse, Marderhunde und Nutrias (Sumpfbiber) zur Pelzgewinnung gehalten. Noch immer existieren sechs kommerzielle Nerzfarmen, gegen die die Behörden bereits seit fünf Jahren wegen systematischer Verstöße gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung aktiv geworden sind (Stand Juni 2017). Die Große Koalition hat ihren Gesetzesentwurf für die Mindestanforderungen in der Haltung von Pelztieren im Bundestag durchgebracht. Der Bundesrat hat ein klares Pelzfarmverbot im Tierschutzgesetz durch die Bundesregierung gefordert. Die Erlaubnis für Pelzfarmen wird bei der Einhaltung hoher Haltungsvorgaben weiterhin erteilt werden können; diese würden jedoch wahrscheinlich unrentabel werden. Die angekündigte vorläufige Betriebserlaubnis der bestehenden Farmen von weiteren fünf Jahren ist allerdings enorm und nicht akzeptabel. Beim aktuellen Tierschutz-Check für die Bundestagswahl sprechen sich alle im Parlament vertretenen Parteien für ein Verbot von Pelztierfarmen aus.
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