Wandse-Wanderweg: Viel Verkehr, schlechte Sicht

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Zwischen Mühlenteich und Eilbektal muss eine vielbefahrene Straße überquert werden Foto: sim
Hamburg: Eilbektal |

Disput über „gefährliche Stelle“ zwischen Mühlenteich und Eilbektal

Von Siegmund Menzel
Wandsbek/Eilbek
Auf dem beliebten Wandse-Wanderweg müssen die Spaziergänger, Jogger und Radfahrer zwischen Mühlenteich und Eilbektal eine zweispurige Einbahnstraße überqueren (das Wochenblatt berichtete). „Eine gefährliche Stelle“, meint der Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek, der auf Initiative der Bezirksfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Herbst 2016 einen entsprechenden Beschluss fasste. Die Behörde für Inneres und Sport hat die Vorschläge jedoch abgeschmettert. Nach Ansicht des zuständigen Polizeikommissariats 31 sind „Maßnahmen zur Verbesserung des Fußgängerverkehrs nicht erforderlich und notwendig“. Die Verkehrssituation in diesem Bereich stelle sich nach wie vor so dar wie schon in der Stellungnahme vom 5. Januar 2012 beschrieben. Die aktuelle Überprüfung habe keine neuen Erkenntnissen erbracht.

Keine Gefahrenlage

Die Empfehlungen des Regionalausschusses reichten vom Parkverbot im Bereich der Querung über eine deutliche Beschilderung beziehungsweise einen Zebrastreifen bis hin zur Tempo-30-Zone im Kurvenbereich. Zu prüfen sei zudem, ob der Bordstein an dieser Stelle abgesenkt werden kann. Es liege keine besondere Gefahrenlage vor, heißt es in der aktuellen Stellungnahme des Polizeikommissariats 31. Im betrachteten Streckenabschnitt habe es keine Verkehrsunfälle mit Fußgängerbeteiligung gegeben. Die Fahrbahn könne schnell und problemlos überquert werden, da sich „aufgrund des Umlaufs der Signalanlage Mühlenstraße/Stormaner Straße /Krausestraße immer wieder große Unterbrechungen zwischen den Fahrzeugpulks ergeben“. Weiter wurde beobachtet, dass sehr wenige Personen an dieser Stelle die Straße überqueren. Es gebe keine rechtlichen Voraussetzungen, um zum Beispiel ein Parkverbot auszusprechen, einen Zebrastreifen einzurichten oder Tempo 30 anzuordnen.

Bürger sehen das anders

Inge von Lonski, die ganz in der Nähe wohnt und gern im Eilbekpark spazieren geht, bezeichnete den Wandse-Wanderweg an dieser Stelle „als äußerst gefährlich“. Sie verlangt von Politikern, dass sie Vorkehrungen treffen, den Bereich sicherer machen. Auch Kinder würden über die Straße gehen. Parkende Autos behindern Leute mit Kinderwagen, Fahrrad, Rollator oder im Rollstuhl. Wer die Straße in Richtung Mühlenteich überqueren möchte, müsse wegen nicht optimaler Sichtverhältnisse besonders aufpassen. Dass es noch keine Unfälle mit Fußgängerbeteiligung gab,lässt Inge von Lonski als Argument nicht gelten. Müsse denn erst was passieren? Sie jedenfalls meidet die Straße, nimmt einen Umweg entlang der Ampelanlage am Bahnhof Friedrichsberg in Kauf.

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