EIN BESONDERER KINOBESUCH: „Ich habe nicht das Gefühl, ich sehe nicht, denn ich höre ja“ Zitat aus dem Film: Im Garten der Klänge.

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Brigitte Maria Becker
VOLKSDORF/BARMBEK
Eine Freundin lud mich in das Koralle Kino nach Volksdorf ein - wie sie sagte:

„Zu einer poetischen Entdeckungsreise in die Grenzgebiete der Kommunikation.“

Ich war neugierig und folgte ihrer Einladung. Im Kino hatten wir Mühe, noch freie Plätze zu bekommen. Ganz gegen meine Erwartungen war der Kinosaal, hauptsächlich von Frauen, bis auf die erste Reihe besetzt.

Die Einführung sprach die Hamburger Massagetherapeutin Brigitte Maria Becker, die langjährige Erfahrungen in der Körperarbeit hat und mit Massagen und Klangschalen den Körper durch Klangwellen zum Schwingen bringt und, wie im Film, Menschen wahrnimmt und sie in eine tiefe Ruhe führt.

IM GARTEN DER KLÄNGE ist ein ganz besonderer, leiser und berührender Film über die Welt der Töne, Klänge und Geräusche und ein charismatisches Porträt des Musikers, Therapeuten und Klangforschers Wolfgang Fasser, der durch eine Erbkrankheit als Jugendlicher erblindete und früh spürte, was es bedeutet, anders zu sein. Auf dem Weg durch die Dunkelheit entdeckte er die Kraft der Klänge von Natur und Instrument.

Heute lebt und arbeitet der gebürtige Schweizer mit schwer behinderten Kindern in Italien. Seine auf dem Weg zum Erblinden gesammelten Lebenserfahrungen nutzt er, mit den Kindern einen Dialog aufzubauen und ihnen zu helfen, sich auf die Welt einzulassen, um ihre individuellen Möglichkeiten auszuschöpfen.

Nachts streicht er mit einem Blindenstock und einem Tonbandgerät ausgestattet durch die toskanische Landschaft, um neue „Klanglandschaften“ zu entdecken und die Tonaufnahme wie eine Postkarte zu lesen, zu empfinden und zu sammeln. Dabei zeigt er eindringlich, dass Verlust unbegrenzten Gewinn bedeuten kann und Nichtverstehen häufig faszinierender ist als Verstehen.

Anschließend zum Film fand eine Podiumsdiskussion statt, die von Brigitte Maria Becker inspiriert und geleitet wurde. Es wurde klar, dass wir Menschen Resonanzkörper sind, die ihren eigenen Weg erspüren sollen; dass es ein großes Geschenk ist, wenn wir so genommen werden wie wir sind, und dass wir verlernt haben, unseren Körper zu spüren. Einfach zu fühlen, dass alles ständig in Schwingung ist, und wie wichtig die Ruhe als Kontrast dazu ist.

Ein erfüllender Abend mit einem Film über einen mutigen Mann, der mit seinen Ohren und den anderen Sinnen sehen kann, und einer kompetenten Massagetherapeutin, die mit Präsenz und Feingefühl auf alle Fragen des Publikums eine Antwort fand.
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