PALLIATIVMEDIZIN. WAS IST DAS? WER MACHT DAS? Besuch einer Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung der Palliativarbeit im Diakonie-Klinikum Hamburg

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EIMSBÜTTEL
Im Inneren des neu errichteten Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg (vormals Alten Eichen, Bethanien und Elim. Seit Anfang 2011 unter einem Dach vereint und ausgebaut) empfing mich eine transparente und herzliche Atmosphäre. Zu spüren waren die medizinischen Kompetenzen und die Ausstrahlung der Menschen, die es sich zum Ziel gemacht haben, mit ihrer ganzen Kraft und Erfahrung, sich dafür einzusetzen, Patienten in der Zeit des Aufenthaltes zur Seite zu stehen und ihnen zu helfen.

In einem modernen Konferenzraum im hinteren Teil des Klinikgeländes fand die Versammlung statt.

Palliativarbeit? Palliativstation?

Von dem Vorstand des Vereins bekam ich die Erklärung, dass die ärztliche Kunst trotz aller Erfolge in Diagnostik und Therapie auch ihre Grenzen hat.

Dass es Krankheitsverläufe gibt, bei denen keine dauerhafte Gesundung und Heilung mehr möglich sind. In dieser Situation stehen Schmerzlinderung, Symptomlinderung, zugewandte Pflege und schweigende oder sprechende Begleitung des Patienten im Vordergrund.

„Die Palliativeinheit versteht sich nicht in der Heilung, sondern in der Begleitung von unheilbar erkrankten Menschen“

Ziel des gesamten palliativ ausgebildeten Teams ist es, dass Patienten durch eine ganzheitliche, fürsorgliche Betreuung ein Höchstmaß an Lebensqualität zurückgewinnen. Sie Ruhe und Linderung ihrer Beschwerden finden und ihre Eigenständigkeit behalten.

Ein Aufenthalt auf der Station ist keine Einbahnstraße.
Häufig verbringen Patienten nur einige Tage in der Palliativeinheit, um dann wieder in ihre vertraute Umgebung zurückzukehren, sobald es ihnen besser geht.

Gemeinsam mit dem Team aus speziell geschulten Mitarbeitern entscheiden die Patienten über weitere Therapien, Schritte und Vorgehensweisen. Um den Patienten und ihren Angehörigen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, stehen wohnlich eingerichtete Räume als Einzel - und Doppelzimmer zur Verfügung.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Pallitivmedizin und –pflege. Dank der Einnahmen des Fördervereins können z.B. für die Palliativstation Anschaffungen getätigt werden, die sonst nicht möglich wären:
Kleine Umsetzungen, die so viel bewirken. Z.B. ein geräuschloser Kühlschrank an jedem Bett, der dem Patienten eine private und selbstständige Umgebung schenkt.
Eine Geschirrspülmaschine in der Kaffeeküche, damit das von Patienten und Angehörigen benutzte Kaffeegeschirr und die Gläser nicht mehr per Hand abgewaschen werden müssen. Investitionen die auch vom Verein durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und öffentliche Zuwendungen getragen werden.

Ein Wohnzimmer nur für die Palliativstation bietet die Möglichkeit, alltäglichen Gewohnheiten nachzugehen, z.B. in einem gemütlichen Sessel oder auf dem Sofa ein Buch oder eine Tageszeitung zu lesen, eigene Musik zu hören oder eine DVD anzusehen.

Nach genauer Berichterstattung und Vorankündigungen für weitere Veranstaltungen 2012 wurden wir liebevoll verabschiedet.

Neben mir im Konferenzraum saß eine elegant gekleidete ältere Dame. Nach Beendigung der Versammlung sagte sie zu mir:“ Wir denken mehr und großzügiger über die Inspektion unseres Autos, als daran wie und von wem wir das letzte Stück unseres Weges begleitet werden. Ich danke allen diesen wundervollen Menschen, dass sie das hier mit ihrer Arbeit, ihrer Ausdauer und Beharrlichkeit möglich machen“.


Weitere Informationen:
AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG
Verein zur Förderung der Palliativarbeit im Diakonie-Klinikum Hamburg e.V.
Ute Schlemmer
Hohe Weide 17
20259 Hamburg
T (040) 79020-1030
www.d-k-h.de
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