Vor großen Aufgaben Publizistische Einblicke in die Anfänge jüdischen Lebens im Nachkriegsdeutschland

Wann? 18.06.2012

Wo? Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Beim Schlump 83, 20144 Hamburg DE
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Hamburg: Institut für die Geschichte der deutschen Juden | Vortrag von Andrea Sinn, München

Im Rahmen der Sommervortragsreihe "Zwischen den Zeilen" - Deutsch-jüdische Geschichte im Spiegel der Printmedien

Veranstalter: Institut für die Geschichte der deutschen Juden

Zu Beginn der 1950er Jahre lebten zwischen 15.000 und 20.000 Juden in Deutschland. Entgegen allen Widerständen und Protesten, auch aus den eigenen Reihen, hatten sie schon kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs begonnen, jüdisches Leben wieder aktiv zu gestalten: So entstanden Kultusgemeinden, man verfasste eigene Nachrichtenblätter und gründete jüdische Organisationen, die sich zu eigenständigen jüdischen Institutionen entwickelten. In dieser Zeit, in der Deutschland noch in Schutt und Asche lag, unternahm der Journalist Karl Marx die ersten Schritte zur jetzigen Jüdischen Allgemeinen. Die wechselnd im wöchentlichen bzw. vierzehntägigen Rhythmus erscheinende Zeitung war 1946 als Jüdisches Gemeindeblatt für die Nord-Rheinprovinz und Westfalen gegründet worden und verstand sich in erster Linie als "Sprachrohr und Diener jüdischer Interessen in der breiten Öffentlichkeit". Im angekündigten Vortrag werden Gehalt und Gestalt dieser Zeitung sowie das Selbstverständnis ihrer Herausgeber während der ersten Nachkriegsjahre in den Blick genommen. Um ein besseres Verständnis für den schwierigen Neubeginn im "Land der Täter" zu fördern, erfährt die politische Positionierung der Zeitung durch den langjährigen Lizenzträger und Hauptschriftleiter Karl Marx besondere Beachtung. Er hatte sich nach seiner Rückkehr aus dem britischen Exil intensiv am Aufbau jüdischen Lebens in Westdeutschland beteiligt und avancierte zu Beginn der 1950er Jahre zu den bekanntesten Vertretern jüdischer Interessen in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit.

Dr. des. Andrea Sinn hat 2012 am Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der LMU München ihre Dissertation zum Thema „Die Anfänge des Zentralrats der Juden und der Jüdischen Allgemeinen: Hendrik G. van Dam und Karl Marx als Repräsentanten jüdischen Lebens in Deutschland nach 1945” abgeschlossen. Seit Herbst 2011 arbeitet sie als Kuratorin für das Jüdische Kulturmuseum Augsburg-Schwaben. Die erste Wechselausstellung in der Reihe „Jüdisches Leben in Augsburg nach der Katastrophe“ widmet sich den Lebenswelten osteuropäischer und deutscher Juden in der Nachkriegszeit, 1945-1950.

Ort: Beim Schlump 83 / Ecke Monetastr., 20144 Hamburg, Vortragsraum 2. Stock, R 2-023

Eintritt frei
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