Fachmann in Sachen Wale

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Forschte zwei Wochen vor den Azoren: Amos Schrum (14) vom Gymnasium Eppendorf. Foto: Hanke

Eppendorfer Schüler forschte vor den Azoren

Eppendorf. In Sachen Wale und Delfine ist Amos Schrum seit den letzten Sommerferien Fachmann. Der 14-jährige Schüler des Gymnasiums Eppendorf konnte die großen Schwimmer hautnah vor der Azoren-Insel Pico erleben. Amos gehörte zu einem 40-köpfigen Forscherteam des Projekts Master-MINT, das zwei Wochen lang Wale und Delfine bei den Azoren beobachtete, deren Gewohnheiten und Verhaltensweisen ausfzeichnete und die Ergebnisse am Abend präsentierte. Master-MINT ist ein schulergänzendes Bildungsprogramm der Stiftung Institut für Jugendmanagement in Sachen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Schülerinnen und Schüler der 7. bis 13. Klassen können unter verschiedenen Forschungsprogrammen oder -reisen wählen.

Ein Freund begeisterte Amos für die Forschungsreise auf die Azoren. Für die er zunächst auf Sponsorensuche gehen musste. Über 2000 Euro galt es einzuwerben. „Das war sehr anstrengend“, erzählt Amos. Von 100 Briefen kamen nur 25 zurück. Doch einige der Angeschriebenen unterstützten den Jungforscher.
Während des Aufenthalts auf der Azoreninsel Pico waren Amos und seine Mitstreiter fast jeden Tag auf dem Wasser, sahen bis zu 120 Wale und Delfine der verschiedensten Sorte, Pottwale und Grindwale, Flecken-, Streifen, Schnabel-, Rundkopf- und Gemeine Delfine und Große Tümmler. Fleckendelfine mochte Amos am liebsten. „Das sind die verspieltesten“, erzählt der junge Forscher. Die Großen Tümmler dagegen, das sind die normalen Delfine wie zum Beispiel Flipper, findet Amos eher langweilig. Das Programm war so vollgepackt, dass Schlaflosigkeit zum Dauerzustand der Reise wurde. „Am Abend musste immer eine Gruppe Ergebnisse des Tages präsentieren. Das passierte nicht vor 23 Uhr“, erzählt Amos. Gegen sieben Uhr aber mussten die kleinen Forscher schon wieder aus den Federn. Wer den über 2000 Meter hohen Berg Pico besteigen wollte, musste schon um fünf Uhr raus. Verschiedene Teams erforschten außerdem die ganze Insel. Es gab Gruppen für Fauna und Flora und für Menschen, Kultur, Sprache. Um alles mitzubekommen wechselten die Jungforscher täglich die Gruppen.

Am Ende der Reise war Amos völlig erschöpft, aber total begeistert. „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht“, erzählt Amos. Und es gab bewegende Momente. Zum Beispiel als einer der ganz seltenen Röhrenwale plötzlich dicht neben dem Boot der Forscher auftauchte. Da sprach schon der künftige Wissenschaftler, wenn Amos so ins Schwärmen kam. Der Zehntklässler weiß schon, dass er einmal Biologie studieren wird. Allerdings sind´s nicht die Meeresbewohner, die ihn faszinieren. Der „Feldforschung“ zieht er Molekularbiologie und Genetik vor. Aber dahinter stehen sie an zweiter Stelle, die Wale und Delfine. (ch)
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