Mehr Grün für Hamburgs Dächer

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Mt diesem Plakat wirbt die Umweltbehörde für Dachbegrünungen in Hamburg Foto: Behörde für Umwelt und Energie
Hamburg: Brahmsallee |

Bewohner wollen Grindelhochhaus bepflanzen. Denkmalschützer sind dagegen

Von Christian Hanke
Harvestehude
„Auf die Dächer – fertig – grün!“ So wirbt die Behörde für Umwelt und Energie für Dachbegrünungen in Hamburg. Begrünungen von Flächen in oberirdischen Geschossen von 20 bis 100 Quadratmetern werden mit 40 Prozent der Kosten bezuschusst. Zuschläge werden außerdem für Maßnahmen in der inneren Stadt und für Freiraumnutzung gewährt. Beides trifft auf zwei ziemlich öde 9,50 x 12,50 Meter große freie Flächen im obersten Geschoss des Grindelhochhauses Oberstraße 18 zu, die derzeit kaum genutzt werden. Henri Gabriel, Inhaber einer Medienagentur, der hier wohnt, kann sich die beiden steinernen Flächen sehr gut als Grünflächen vorstellen, als „anspruchsvoll gestalteten Dachgarten mit künstlerischer Freiflächengestaltung“. Gabriel kennt viele Beispiele von Dachbegrünungen im In- und Ausland, sogar in Hamburg, die gerade die inneren Quartiere von Städten ökologisch erträglicher, schöner und für die Bewohner nutzbarer machen.

Ein weltweiter Trend


„In Buenos Aires ist das richtig Mode. Es ist ein Trend unserer Zeit“, weiß Gabriel zu berichten. Die Umweltbehörde läge daher mit ihrer Dachbegrünungsaktion „voll im globalen Trend zum Wohle der Allgemeinheit“, findet Gabriel. Der Vermieter des Grindelhochhauses, die SAGA/GWG, kann sich diesem Trend allerdings in diesem Fall nicht anschließen, ist von Gabriels Idee wenig begeistert und verweist auf das Denkmalschutzamt. Den Vorschlag habe die SAGA/GWG-Geschäftsstelle „intensiv diskutiert“. Er sei auch von der Kulturbehörde bewertet worden, so die SAGA/GWG. „Eine Dachbegrünung würde nach Prüfung des Amts für Denkmalschutz das Erscheinungsbild des Gebäudes verändern. Deshalb ist es nicht möglich, das Dach in seiner Konstruktion und seinem Erscheinungsbild derartig zu verändern“, schreibt SAGA/GWG-Sprecher Gunnar Gläser. Für Henri Gabriel noch nicht das letzte Wort. Er hofft auf eine Verständigung der Umweltbehörde mit SAGA und Denkmalschutzamt, damit sein grüner Traum doch noch Wirklichkeit wird.
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