Preis für besondere Schülerzeitungen in Hamburg

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Für ihre „Lämmerzeit“ haben die Kinder der Grundschule am Lämmersieth einen Preis abgeräumt Foto: Busse
 
Am liebsten berichten Yücel (li.) und Mohamad über Fußball

Nachwuchsjournalisten der GS Lämmersieth und des Gymnasiums Lerchenfeld ausgezeichnet

Von Christina Busse
Hamburg. Gleich zwei Barmbeker Zeitungen, gemacht von Kindern und Jugendlichen für Mitschüler, Eltern, Lehrer und weitere Interessierte, haben im Schülerzeitungswettbewerb der Länder einen Preis gewonnen: Die „Lämmerzeit“ der Grundschule Lämmersieth und der „Durchblick“ des Gymnasiums Lerchenfeld.
Die Nachwuchsjournalisten wurden von Hamburgs Schulsenator Ties Rabe ausgezeichnet. Die Jury des Wettbewerbs, der von der Schulbehörde und der Jungen Presse Hamburg e.V. in Kooperation mit dem Gruner+Jahr- Verlag veranstaltet wird, hat neben Layout und journalistischen Fähigkeiten insbesondere das Gespür der jungen Zeitungsmacher für die Fragen bewertet, die ihre Mitschüler tatsächlich bewegen – in und außerhalb der Schule.

Themen, die die Schüler bewegen und interessieren

Welche Themen das sein können, zeigt ein Einblick in die Redaktionsarbeit am Lämmersieth: Jeden Mittwochnachmittag versammelt sich hier ein gutes Dutzend Dritt- und Viertklässler, um an der kommenden Ausgabe der „Lämmerzeit“ zu arbeiten. „Ich schreibe einen Artikel über Schweden“, berichtet Alina. „Mein Vater kommt daher und ich finde es wichtig, dass die anderen Kinder etwas über das Land erfahren.“ Mery will sich ein Rätsel ausdenken. Mohamad und Yücel recherchieren im Internet über ihr Idol, den Fußballer Cristiano Ronaldo. Navid stellt die Witzeseiten zusammen – auf Afghanisch. „Er hat den Vorschlag gemacht, etwas auf Afghanisch zu schreiben. Das finden wir sehr gut“, sagt Lehrerin Zeynep Tahtacı, die den im Jahr 2013 ins Leben gerufenen Wahlpflichtkurs betreut.

Drei Ausgaben der „Lämmerzeit“ im Jahr

„Wir haben Kinder aus bis zu 40 Ländern an der Schule. Viele sind daran interessiert, ihre Herkunft vorzustellen und das - je nachdem, wer zurzeit im Kurs ist - auch gerne in verschiedenen Sprachen“, erläutert sie. Die Themen der drei Ausgaben im Jahr sind ebenso vielfältig: Von Sport und Spiel, Kochrezepten und Experimenten, bis zu Interviews und selbst erdachten Geschichten, vorzugsweise Gruselabenteuern. „Durch die Lämmerzeit bin ich auf dem Laufenden darüber, was die Kinder bewegt, welches ihre Interessen sind“, erzählt die Lehrerin, bevor sie sich wieder dem nächsten Kind zuwendet und Hilfestellung bei einem Texteinstieg gibt.

„Durchblick“ erscheint seit zehn Jahren

„Helden im Alltag“ stehen bei den jungen Reportern des Gymnasium Lerchenfelds zurzeit auf der Themenliste. Auch sie wurden im Schülerzeitungswettbewerb ausgezeichnet.
Der halbjährig mit einer Auflage von 1.000 Exemplaren erscheinende „Durchblick“ wird bereits seit über zehn Jahren veröffentlicht. Jede Woche finden sich rund zehn Jugendliche in ihrer Freizeit zusammen, um die nächste Ausgabe zu besprechen. „Unser aktuelles Oberthema heißt Helden“, berichtet Deutschlehrer Sascha Lafon, der den Schülern unterstützend zur Seite steht. Dazu wird auch am Gymnasium Lerchenfeld eine Vielfalt an Beiträgen bearbeitet. Auf der letzten Redaktionskonferenz besprochene Themen für die kommende Ausgabe ist beispielsweise eine Umfrage „Wer ist der Held/die Heldin am Gymnasium Lerchenfeld?“, ein Bericht über Stolpersteine in Barmbek, ein Kommentar zu „Helden im Alltag“ – und eine Reportage über Fußball. „Wir konnten uns als Journalisten für ein Bundesliga-Spiel, HSV gegen den SC Freiburg, akkreditieren und so statt aus der Fanperspektive mal aus der Sicht eines Profis hinter die Kulissen schauen“, erzählt Lafon stolz.
Ein toller Einblick für die jungen Reporter und eine Möglichkeit, dem Mythos der Fußballhelden auf die Spur zu kommen. Ob sie der Antwort auf die Frage, warum sich 46.000 Fans mittwochsabends auf den Weg in Stadion machen, näher gekommen sind? Das wird sich in der kommenden Ausgabe des „Durchblicks“ zeigen, die Anfang Juni erscheinen soll.
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