Wer versteht den neuen zweispurigen Radweg an der Isestraße?

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Ein Autofahrer blockiert beim Abbiegen den Radstreifen Foto: mdt
Hamburg: Hoheluft |

Hamburger Behörde geht bei Radwegeplanung neue Wege und schafft einen neuen Brennpunkt

Harvestehude Die zweispurige Radstraße an der Isestraße bereiten Autofahrern Kopfschmerzen – Radfahrer müssen extrem aufpassen! Autofahrer aufgepasst! Die Stadt geht bei der Planung von Radstreifen neuerdings ganz unkonventionelle Wege. An der Kreuzung Isestraße, Ecke Hoheluft haben Planer sich bei der Neugestaltung der Radwege an die tatsächlichen Wege der Radfahrer orientiert. Kürzere Wege für Radler aber auch viel Verwirrung bei Autofahrern kommt nun in der Praxis dabei heraus. Die neuen Wege gehen so: Aus der Isestraße kommend müssen sich Autofahrer nun durch einen ganzen Wald an Markierungen und Schildern arbeiten, bis sie die Kreuzung überquert haben. Pkws halten erst an einem Zebrastreifen, den überquert stehen sie vor dem zweispurigen Radstreifen, hinter der Radstraße können sich Autofahrer dann in den Verkehr auf der Straße Grindelberg einordnen, wofür ihnen aber auch nur wenige Meter bleibt, bis sie wieder an einer Fußgängerübergang stehen. Radfahrer hingegen sparen durch die neue Regelung rund 150 Meter Strecke, wenn sie in die Isestraße fahren.

Unfälle programmiert

Für Leser Markus Derfler sind Unfälle programmiert: „Es ist alles eine einzige katastrophale Fehlplanung an dieser Stelle und mein Vorschlag wäre – wenn der Rückbau finanziell nicht möglich ist – zumindest die während der Bauzeit offene Kehrtwende für die Autofahrer unter der U-Bahn Brücke auf die andere Seite der Isestraße jetzt dauerhaft herzustellen, um die Unfallrate durch den abfließenden Verkehr zumindest zu reduzieren.“

Kaum Unfälle, kaum Sicht

Laut Polizei gibt es an der Stelle kaum Unfälle. Doch Redebedarf scheint es besonders an einer Stelle zugeben. Denn der massive Brückenpfeiler des U-Bahn-Stegs versperrt die Sicht auf den Radweg Richtung Grindelberg. Autofahrer sehen Radler erst, wenn die Motorhaube bereits auf dem rot-markierten Fahrradstreifen ist. Dabei wollte die Verkehrsbehörde es in diesem Fall besonders richtig clever machen. Die Planer schauten sich an, wie Radfahrer über die Kreuzung in die Isestraße tatsächlich fuhren. Und das war wegen eines Umweges über die Schlankreye so gar nicht nach den Verkehrsregeln. „Die nun realisierte Lösung führt die Radfahrenden ohne Regelverstöße und auf direktem Weg aus Richtung Hoheluft oder Kaiser-Friedrich-Ufer in die Isestraße“, sagt eine Sprecherin der Verkehrsbehörde. Polizei und Verkehrsbehörde wollen nach der „Eingewöhnungsphase“ entscheiden, ob weitere Maßnahmen notwendig. (mdt)
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2 Kommentare
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senza parole aus Rotherbaum | 20.01.2017 | 00:58  
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J. Stender aus Wandsbek | 21.01.2017 | 10:27  
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