Zeitplan für Radachse an der Alster steht

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Die geplante Fahrradstraße Grafik: wb
 
Fahrradbeauftragte Kirsten Pfaue (v.l.), Staatsrat Andreas Rieckhof und Heinke Wiemer (LSBG) Foto: Hanke
Hamburg: Krugkoppel |

Die Fahrradstraße um die Hamburger Außenalster schreitet voran

Hamburg Nun steht der Zeitplan für die Realisierung des zweiten Abschnitts der Alster-Fahrradachsen, der Fahrradstraßen rund um die Außenalster, deren Pilotprojekt am Harvestehuder Weg bereits fertiggestellt ist. Von der Kreuzung Harvestehuder Weg / Krugkoppel bis zum Schwanenwik in Uhlenhorst reicht dieser zweite Abschnitt, der entlang der Straßen Fernsicht und Bellevue durch Winterhude führt. Bellevue wird dabei in dem Abschnitt an der Alster in eine Fahrradstraße umgebaut. Im Frühjahr 2018 beginnen die Bauarbeiten an der Ecke Harvestehuder Weg / Krugkoppel. Hier wird auch die gravierendste Veränderung im Straßenraum vorgenommen. Der LSBG (Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer) hat sich für den Bau eines Kreisverkehrs an dieser Einmündung entschieden. Radler erhalten eine eigene Abbiegespur vom Harvestehuder Weg nach rechts in die Krugkoppel, quasi am Kreisel vorbei („Bypass“). Sie müssen sich nicht in den Kreisverkehr einfädeln. Dafür wird der vorhandene Radweg abgebaut, die Fläche kommt dem Gehweg zugute.

Baumfällung notwendig

Der in der Mitte der Einmündung stehende Baum wird gefällt. Allerdings nicht nur wegen des geplanten Umbaus. „Der Baum ist von Pilz befallen. Er wäre in zwei Jahren abgängig“, erläuterte Heinke Wiemer, die Projektleiterin beim LSBG für die Alster-Fahrradachsen, auf einer Radtour entlang des 2. Abschnitts der Fahrrad-Achsen, gemeinsam mit dem Staatsrat der Verkehrsbehörde, Andreas Rieckhof, und der Fahradbeauftragten Kirsten Pfaue. Der Straßenzug Krugkoppel, Fernsicht wird nicht in eine Fahrradstraße umgebaut, da er mit 14.000 Autos und 6.800 Fahrrädern täglich eine Hauptverkehrsverbindung zwischen Harvestehude und Winterhude ist. Er erhält aber auf der Fahrbahn abmarkierte Radfahrstreifen, wofür die Asphaltfläche der Straßen entsprechend verbreitert wird. Im Zusammenhang mit diesen Umbauten wird die Krugkoppelbrücke saniert, deren Widerlager erneuert werden müssen. Krugkoppel und Fernsicht werden während der Bauarbeiten, die noch 2018 beendet werden sollen, voll gesperrt. „Wir rechnen künftig mit einem höheren Radverkehrsaufkommen. Da wir nur etwa alle zehn Jahre Hauptstraßen umbauen, bauen wir schon für 2030“, erläuterte Andreas Rieckhof die Notwendigkeit des Konzepts Alster-Fahrradachsen.

Linksabbieger für Velos

Umgebaut wird dabei auch die Einfahrt des Leinpfads, der bereits Fahrradstraße ist. Die Krugkoppel erhält zwischen Leinpfad und Krugkoppelbrücke eine Mittelinsel zur besseren Querung der Hauptverkehrsstraße. Von der Krugkoppel wird für Radfahrer ein Linksabbieger in den Leinpfad eingerichtet.Vom Harvestehuder Weg über die Krugkoppelbrücke in den Leinpfad verläuft die Veloroute 4, deren Verlauf hier verbessert wird. „Das ist ein ganz wichtiger Lückenschluss“, erläuterte Kirsten Pfaue. Die Straße Bellevue wird entlang der Außenalster und des Langen Zugs von der Kreuzung Fernsicht bis zur Sierichstraße 2019 in eine Fahrradstraße umgebaut. Die Fahrbahn wird zwischen Fernsicht und Scheffelstraße auf 5,50 Meter verbreitert. Sie erhält damit die Breite des Harvestehude Weges. Zwischen Scheffelstraße und Sierichstraße wird die Fahrbahn auf 6,10 Metern verbreitert. Auf der Alsterseite werden im gesamten Abschnitt der Fahrradstraße Bellevue Parkbuchten zwischen den Bäumen angelegt. Auch diese Straße wird während der Bauarbeiten voll gesperrt sein.

Geteilte Meinungen

Im Abschnitt der Alster-Fahrradachsen zwischen Krugkoppel und Bellevue fallen 87 Parkplätze weg, allein 66 in der Straße Bellevue. Die Ansichten über die Fahrradachsen sind nach wie vor geteilt. Aber es schlägt den Planern nicht mehr so viel Widerstand entgegen wie beim Umbau des Harvestehuder Weges. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Spazierganges entlang des zweiten Abschnittes, zu dem der LSBG eingeladen hatte, äußerten sich überwiegend positiv über die bevorstehenden Umbauten. Auch Helmut Krumm, Vorstandsmitglied im Seniorenbeirat Hamburg-Nord, freut sich auf die Fahrradstraße: „Wir freuen uns, dass Rad- und Fußverkehr getrennt werden. Radfahrer gehören nicht auf den Fußweg. Wir sind früher immer auf der Straße geradelt. 50 Jahre dominierte der Autoverkehr. Das muss wieder ins rechte Lot gebracht werden.“ (ch)
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