Was sind sogenannte Pseudogetreide?

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Man hört immer öfter davon und man findet sie zunehmend häufiger im Handel – die Pseudogetreide. Doch wobei handelt sich dabei genau?
Es sind die Körnerfrüchte von Pflanzen, die nicht zu den Süßgräsern (Poaceae) wie alle echten Getreidearten zählen, aber für die Ernährung praktisch ähnlich verwendet werden. Sie enthalten sehr wertvolle Inhaltsstoffe, nur lassen sie sich wegen des fehlenden Glutens nicht ganz wie Getreide verarbeiten.


Eigenschaften der Pseudegetreide

Die Samen von Pseudogetreidearten enthalten oft viel Stärke, Mineralstoffe, Eiweiß und Fett. Es fehlt ihnen allerdings für die Verarbeitung gegenüber echtem Getreide die Eigenbackfähigkeit, die echte Getreidearten durch das enthaltene Gluten aufweisen. Diese bedeutet, dass Getreidearten einen langen und elastischen Teig bilden können, durch den eine Krume beim Backen entsteht. Diese Backfähigkeit erreichen echte Getreide schon durch Anrühren, Pseudogetreide hingegen nicht. Sie können nicht zu einem Brotlaib geknetet werden. Dennoch kann mit anderen Verarbeitungsmethoden auch aus Pseudogetreide Brot entstehen.

Pseudogetreide setzen sich hierzulande eher wenig durch, weil sie aus klimatischen Gründen in Mitteleuropa schlechter gedeihen als echte Getreide. Ihre Ertragssicherheit ist durch große Schwankungen gering. Dabei weisen sie große Vorteile für die Ernährung auf: Da sie komplett glutenfrei sind, eignen sie sich ausgezeichnet für Zöliakiebetroffene oder Menschen mit Glutensensitivität. Die Pseudegetreide Amaranth, Buchweizen und Quinoa können auch zu Malz verarbeitet werden.

Pseudogetreide: die wichtigsten Arten

• Buchweizen (Fagopyrum esculentum)
• Quinoa (Reismelde, Chenopodium quinoa)
Amaranth (Amaranthus)
• Garten-Fuchsschwanz (Kiwicha, Amaranthus caudatus)
• Brandschopf (Celosia)
• Trauer-Fuchsschwanz (Amaranthus hypochondriacus)
• Cañihua (Chenopodium pallidicaule)
• Brotnussbaum (Brosimum alicastrum)
• Mexikanische Chia

Das Pseudogetreide Amaranth


Um eine grobe Idee zu erhalten, wird im Folgenden das Pseudogetreide Amaranth vorgestellt. Amaranth ist eine der ältesten Nutzpflanzen überhaupt und stammt aus Südamerika, sie zählt botanisch gesehen nicht zu den Süßgräsern (wie echtes Getreide), sondern zu den Fuchsschwanzgewächsen.

Den Urvölkern galt Amaranth als heilig und lebensverlängernd. Da er auch teilweise in blutigen Ritualen Gebrauch fand, wurde er von den spanischen Eroberern verboten und die Pflanze geriet für lange Zeit in Vergessenheit. Zu Unrecht, denn Amaranth weist einen hervorragenden Eiweiß- und Nährstoffgehalt auf.

100 Gramm Amaranth enthalten ca. 15 Gramm Protein. Sein Aminosäurenprofil ist sehr viel hochwertiger als das der meisten pflanzlichen Eiweißlieferanten. Der Gehalt an Lysin, einer essenziellen Aminosäure, ist zum Beispiel höher als bei Getreide. Zudem enthalten Amaranthkörner viel Magnesium, Kalzium und Eisen.

In der Küche wird Amaranth ähnlich wie Getreide verwendet und kann in Pfannengerichten, Aufläufen, als Füllung oder in Salaten verwendet werden. Durch den nussigen Geschmack sind pikante und süße Rezepte gleichermaßen schmackhaft. Im Handel werden die Körner auch in gepuffter Form angeboten. Sie sind Bestandteil vieler Müslis, Riegel und gesunder Knabberprodukte.
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