Zeiterfassung- schummeln schadet!

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Zeiterfassung

Tricksen bei der Zeiterfassung ist kein Kavaliersdelikt , sondern Betrug und führt zur fristlosen Kündigung

Rechtsanwältin Petra Wichmann-Reiß erläutert den Fall eines Arbeitnehmers der erwischt und entlassen wurde

Ein 46-jähriger Familienvater (Kläger) war seit 25 Jahren bei einer Metzgerei beschäftigt. Es war vorgeschreben, daß sich die Mitarbeiter "ausstempeln", die wegen privater Gründe den Produktionsbereich verlassen und sich bei dem System wieder anmelden, wenn sie diesen wieder betreten.

Der Kläger war dabei beobachtet worden, daß er die "Stempelkarte" beim Verlassen in der Tasche ließ oder sie mit der Hand abschirmte, wenn er sie vor das Lesegerät hielt. Damit war er nicht als an- oder abwesend registriert.

Berechnungen des Arbeitgebers zeigten, daß er so in knapp 2 Monaten mehr als 31/2 Stunden erschummelte, ohne sich an- oder abzumelden. Die Stunden waren bezahlt worden.

Der frislosen Kündigung durch den Arbeitgeber wurde stattgegeben


Sowohl das Arbeitssgericht Gießen, als auch das Hessische Landesarbeitsgericht hielten die fristlose Kündigung für gerechtfertigt. Eine Abmahnung sei dem Arbeitgeber wegen des fortgesetzten Betruges nicht zuzumuten.
Der Vertrauensbruch wiege schwerer als die lange Betriebszugehörigkeit.

Also Achtung!!. Man könnte argumentieren, daß erschwindelte 31/2 Stunden nach 25 Jahren wohl mit einem Mitarbeitergespräch, Nacharbeiten oder Rückazahlung des zuviel erstatteten Lohnes "aus der Welt geschafft werden" könnten.

Hier zählt aber nicht wieviele Stunden tatsächlch ergaunert wurden oder ob diese in einem Verhältnis zur Dauer der Betriebszugehörigkeit zu werten sind.

Alleine die Tasache, daß durch das "überlisten" des Zeiterfassungssystemes ein Vertrauensbruch in die Ehrlichkeit des Arbeitnehmer entstanden ist, zählt.

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