Selfies: Bewährungsstrafe

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Selfie (Foto: http://mrg.bz/Vnx2gJ)
Selfies von Patienten: Krankenpfleger wurden zu Geld und Bewährungsstrafen verurteilt

Die inzwischen entlassenen Krakenpfleger hatten in der Notaufnahme Selfies von Patienten gemacht und teilweise veröffentlicht und wurden nun vom Aachener Amtsgericht verurteilt


Zwei von ihnen bekamen Geldstrafen, drei Haftstrafen von sechs, sieben und acht Monaten auf Bewährung.

Die Richterin betonte in ihrem Urteil , daß die bereits 2014 entlassenen Angeklagten einen schweren Vertrauensbruch begangen haben, indem sie Selfies von dementen oder schwerstkranken, teilweise sogar unbekleideten Patienten gemacht hatten

Für die Selfies wurden die Patienten sogar geschminkt, verkleidet oder mit "Botschaften" bemalt. Die Klinikleitung des Universitätsklinikums Aachen wurde wohl durch einen anonymen Tipgeber über die Vorgänge in der Notaufnahme informiert und erstatte Anzeige.

Die Verurteilung erfolgte wegen der "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches" durch Bildaufnahmen in neun Fällen. Dafür sieht das Gesetz eine Höchststrafe von einem Jahr oder eine Geldstrafe vor.

Die Verteidiger hatten versucht für alle ihre Klienten lediglich eine Geldstrafe durchzusetzen. Für zwei gelang das auch, drei ihrer Mandanten erhielten zur Bewährungsstrafe auch eine Geldstrafe.

Inzwischen arbeiten alle Verurteilten wieder

Ein Berufsverbot wurde gegen die Fünf nicht verhängt. Enttäuscht zeigte sich Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz.
„Schließlich sind beschämende Aufnahmen von hilflosen Personen keine Bagatelldelikte. Die grobe Verletzung der Würde eines Patienten muss hart bestraft werden. Schließlich hat Pflegepersonal eine herausragende Fürsorgepflicht, die missbraucht wurde. Hier muss das Berufsrecht für Klarheit sorgen. Solches Personal ist ungeeignet für die Pflege am Menschen“, sagte er laut der „Berliner Morgenpost“.

Petra Wichmann-Reiß, Rechtsanwältin
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