Polnische Grundschüler besuchen Hamburg

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In fünf Tagen konnten die Schüler aus Billstedt und Danzig feststellen, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt Foto: Grell
Hamburg: Sterntalerstraße 42 |

KInder aus Danzig zu Gast in der Billstedter Grundschule Sterntalerstraße

Von Karen Grell
Billstedt
„Serdecznie Witamy“ steht bei der vierten Klasse in der Grundschule Sterntalerstraße in Billstedt an der Tafel. Das ist polnisch und heißt „Herzlich Willkommen“. Grund dafür ist ein Schüleraustausch mit Kindern aus Danzig. Polnisch können die Kinder der Hamburger Grundschule „eigentlich kein Wort“, lacht Sonia (10), die sich ein bisschen mit Englisch verständigen konnte und ansonsten „haben wir mit Händen und Füßen geredet“. Es ist schon das zweite Mal, dass Schüler der Grundschule aus Hamburg und Danzig sich gegenseitig besuchen und damit auch „deutschlandweit wahrscheinlich der einzige Austausch einer Grundschule überhaupt“, vermutet Schulleiter Helmuth Rick, der weiß, dass es eigentlich immer die älteren Schüler sind, die ins Ausland gehen.

Vorurteile abbauen

Auf die Idee, sich schon früh mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen kam Renata Rutzen, die mit dem Treffen mit den Schülern aus Polen auch die soziale Kompetenz fördern möchte und Vorurteile abbauen will. Vorausgegangen war ein Besuch der Hamburger Schüler bei ihren Gästen in Danzig. Ute Lauth, Lehrerin an der Grundschule Sterntalerstraße, konnte schon in den ersten Stunden nach Ankunft der Kinder aus Danzig beobachten, wie leicht es für Kinder ist, sich untereinander zu verständigen. „Die Jungen haben sich gleich über Fußball unterhalten, da gab es keine Verständigungsprobleme.“

Gemeinsame Ausflüge

Bei gemeinsamen Ausflügen, zum Hamburger Hafen, der Elbphilharmonie, zu Abenteuerspielplätzen und an den Elbstrand wurde viel zusammen gespielt und dadurch auch festgestellt, dass es gar nicht so viele Unterschiede zwischen beiden Kulturen gibt. Wenn ein toller Spielplatz auf dem Programm steht, dann ist egal, welcher Herkunft die Kinder sind. Ein paar kleine Verschiedenheiten gab es dann aber doch: „Die Schüler hier machen mehr Quatsch als wir“, sagten die polnischen Grundschüler. „Der Spielplatz ist super“, meinte Emilia, die gleich ein paar neue Freundinnen in Hamburg gefunden hat. „Das war für alle Kinder das Wichtigste“, meint auch Renata Rutzen.

Früher Austausch ist wichtig

Auf jeden Fall wollen viele der Kids in Kontakt bleiben und dafür haben alle zusammen kleine Notizbücher mit den beiden Wappen der Städte auf der Vorderseite gebastelt. „Hier kann ich die Adressen und Telefonnummern der Danziger Schüler aufschreiben“, freut sich Darreen. Das Heft wird an die neuen Freunde erinnern. Schulleiter Helmuth Rick ist von dem Projekt der frühen Begegnung im Grundschulalter überzeugt. Der Austausch wird dazu beitragen, dass Vorurteile erst gar nicht entstehen. Bei der Abreise des polnischen Schüler hieß es einstimmig: „Schade, dass ihr schon wieder nach Hause fahren müsst.“
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