Speed-Dating mit zukünftigen Azubis

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In den abgetrennten Bereichen können Bewerber mit möglichen Arbeitgebern sprechen Foto: fbt
Hamburg: Speckenreye 41 |

Neue Wege in der Vermittlung von Lehrstellen in Hamburg

Frank Berno Timm
Horn
Das Handwerk sucht seinen Nachwuchs auf unkonventionelle Weise: Zukünftige Auszubildende und Unternehmen nutzen dafür Speed-Dating in etwas abgewandelter Form. Maik Mense (16) aus Billstedt braucht einen Ausbildungsplatz, schon im Februar soll es losgehen. Am liebsten würde er in den Bereich Stahlbetonbau gehen. Er hat sich schon mit dem Vertreter eines ortsansässigen Bauunternehmens unterhalten. „Die achten sehr auf Fehlzeiten“, meint Maik nach dem Gespräch zum Reporter und fügt gleich hinzu, dass es in der Hinsicht bei ihm gut aussehe. Die Noten? Er sei ein „Dreier“-Schüler. Maik steht mit seinen Kumpeln vor dem Gemeindehaus von St. Olaf an der Speckenreyhe. Drinnen geht es zu wie beim Speeddating – einem „Verfahren“ aus der Partnervermittlung, bei dem die Beteiligten immer eine kurze Zeit miteinander sprechen und dann zum nächsten wechseln. So wird es dort auch gemacht: Vertreter aus mehr als einem Dutzend Firmen unterhalten sich jeweils zehn Minuten mit jungen Leuten, die ihre Unterlagen mitgebracht haben.

„Klasse Sache“

In einem der Gemeinderäume sind großformatige, offene Boxen aufgebaut: Tisch und Stühle, ein bisschen Werbung an einer Trennwand, dahinter der nächste Tisch. An einer „Matching Wand“ im Vorraum steht, wer wann mit wem spricht – zur Vereinfachung und aus Datenschutzgründen hat jeder Teilnehmer eine Nummer bekommen. Und wenn jemand fehle, könne ein anderer vorgezogen werden, sagen die Organisatoren. Wenn es gut läuft, wird es einen neuen Azubi geben, berichtet Ausbildungschef Christian Bork aus einem großen Billstedter Bauunternehmen: „Das ist eine Klasse Sache“, findet er und freut sich, wenn er jemanden gewinnen kann. Nachwuchs wird gebraucht, die Folgen des demographischen Wandels sind bekannt.

Viele Berufe sind unbekannt

Cornelia Hinnah von der Handwerkskammer sitzt ein paar Boxen weiter. Sie ist zum ersten Mal dabei. „Das ist eine sehr gute Möglichkeit, in Kontakt zu kommen“, meint die Ausbildungsexpertin. Sie stellt fest, dass die jungen Leute viele Ausbildungsberufe gar nicht kennen, sondern nur „die Klassiker“ auf dem Schirm haben – dabei könne sie in alle Berufe vermitteln (mehr: www.nachwuchs-handwerk.de). Hinter der Aktion in Horn, die das siebte Mal stattfindet, steckt der Verein Jugendarbeit Kaltenbergen.

Weitere Infos: Jobsen Hamburg und Nachwuchs Hamburg
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 12.10.2017 | 09:50  
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