Tradition verpflichtet

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Dirk Kienscherf vor einem Backsteingebäude im Stadtteil Hamm Foto: Röhe

Erhalt des Backsteinerbes setzt sich gegen Wärmedämmung durch

Von Matthias Röhe

HAMM. „Seit längerer Zeit setze ich mich dafür ein, dass die für Hamburg so prägenden Backsteinquartiere erhalten bleiben. So auch im Stadtteil Hamm. Durch die jetzt geplante städtebauliche Erhaltungsverordnung wird dies gewährleistet“, sagt Dirk Kienscherf, Stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

„Das traditionsreiche Backsteingebiet zwischen Hammer Steindamm und der Güterumgehungsbahn, aber auch der Bereich um den Dobbelersweg im mittleren Hamm sowie die Stiftbauten in Borgfelde werden nun erstmals wirksam geschützt und können beispielsweise nicht mehr durch einfarbige Außendämmungen verschandelt werden“, ergänzt Kienscherf.

Backstein präge durch seine Materialität und Farbigkeit maßgeblich das Hamburger Stadtbild und trage nach Meinung des Politikers und zahlreicher Bürger so in besonderem Maße zur Identität der Freien und Hansestadt Hamburg bei. Dieser Charakter, der sich in der Historie als Leitfaden für die Hamburger Stadtentwicklung erwiesen hat und auch heute noch weite Teile des aktuellen Baugeschehens bestimmt, ist im Begriff sich grundlegend zu verändern.

Anlass hierfür sind die Erfordernisse des Klimaschutzes, welche sich unter anderem in der Energieeinsparverordnung des Bundes und der Hamburgischen Klimaschutzverordnung niederschlagen. Diese haben durch eine zunehmende Veränderung des Altbaubestandes nachhaltige Folgen für das Stadtbild. Schon heute verschwinden einzelne Gebäude, ganze Straßenzüge und Quartiere hinter Thermohäuten, deren gestalterische Qualitäten in vielen Fällen nicht denen der Originalfassaden entsprechen.

Damit ist nun Schluss: Mit der Unterzeichnung des „Bündnisses für das Wohnen“ wurde der Antrag bewilligt. Modernisierungen, Um- und Neubauten bleiben möglich, müssen sich aber dem Backsteinquartier einfügen. Die städtebauliche Erhaltungsverordnung ist eines der Ergebnisse des neuen Bündnisses für Wohnen. Hier haben sich Verwaltung, Wohnungswirtschaft und Mietervereine darauf geeinigt, die Kraftanstrengungen für mehr Wohnungsbau noch weiter zu erhöhen.
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