Frauen-Handball: Spanien als Härtetest für Europameisterschaft

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Platzierung der Deutschen. Tabelle: Eigene Darstellung
 
Weltmeisterschaften. Tabelle: Eigene Darstellung

Zum 12. Mal findet vom 4. bis zum 18 Dezember 2016 die Handball-Europameisterschaft der Frauen statt. Gastgeberland ist Schweden. Neben Russland, Ungarn, Norwegen und Dänemark war Deutschland ebenfalls bei allen elf Europameisterschaften mit dabei. Dies jedoch mit nur mäßigem Erfolg.

Die beste Platzierung war gleich bei der ersten EM im Jahr 1994. Im eigenen Land wurde man Vizeweltmeister. An diesen Erfolg konnte die Mannschaft jedoch nicht mehr anknüpfen:

Siehe Tabelle 1

Deutschland also chancenlos? Das nun nicht, aber die Quoten sprechen nicht gerade für die Mannschaft um Trainer Michael Biegler. Sieht man sich die Quoten der Wettanbieter an, dann gehört Deutschland nicht gerade zu den Favoriten. Beste Chancen haben wohl Norwegen und Schweden. Auch Spanien, Ungarn und Dänemark sind noch vor Deutschland zu finden. Trotzdem sollte man die Frauen-Handballnationalmannschaft nicht einfach abschreiben.

2. Platz in der Qualifikation


Denn in der Qualifikationsphase zur Europameisterschaft schnitt die deutsche Nationalmannschaft gar nicht schlecht ab. Am Ende landete sie mit sechs Siegen und zwei Niederlagen hinter Frankreich auf Platz 2 und qualifizierte sich so souverän für die EM. Verloren gingen nur die beiden Spiele gegen Frankreich, die in der Gruppe kein einziges Spiel verloren gaben.

• Deutschland – Schweiz 29:18
• Island – Deutschland 17:22
• Deutschland – Frankreich 21:24
• Frankreich – Deutschland 25:19
• Schweiz – Deutschland 23:25
• Deutschland – Island 33:21

Von den drei Freundschaftsspielen in diesem Jahr konnte Deutschland allerdings nur eines gewinnen:

• Norwegen – Deutschland 35:28
• Deutschland – Spanien 24:25
• Brasilien – Deutschland 18:24

Die Vorbereitung zur EM


Noch in dieser Woche gibt es für Handballirinnen um Neu-Kapitänin Anna Loerper zwei weitere Spiele gegen die spanische Frauen-Nationalmannschaft. Die Spanierinnen sind Vize-Europameister und lassen in den beiden Länderspielen wohl nichts anbrennen. Der deutsche Trainer Michael Biegler freut sich auf die Spiele: „Spanien zählt zur Spitze des Welthandballs. Wir freuen uns, dass wir uns mit einem solch hochkarätigen Gegner messen können. Das ist auf unserem weiteren Weg innerhalb des Projekts WM 2017 extrem wichtig.“ Dass man Respekt, aber keine Angst vor Spanien hat, zeigen wohl auch die bisherigen Erfolge der beiden Teams.

Vor der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr steht aber nun erst mal die Europameisterschaft an – und weitere Länderspiele. Nach Spanien, gegen die man sich am 7. und 9. Oktober in Hamburg bzw. Lingen misst, stehen auch noch zwei Länderspiele gegen Schweden auf dem Programm. Am 26. November in Hamm und am 27. November in Trier. Dann erfolgt zeitnah der Abflug nach Schweden zur EM, wo ab dem 4.12. die ersten Vorrundenspiele gegen die Niederlande, gegen Frankreich und gegen Polen auf dem Programm stehen. Auch wenn die Gruppe B nicht gerade einfach ist, ist ein Weiterkommen sehr wahrscheinlich, schließlich qualifizieren sich drei der vier Mannschaften. Einfach wird es allerdings nicht, schon gegen Frankreich musste man in der Qualifikation ja Niederlagen einstecken.

Hamburg als gutes Omen?


Auch wenn erst einmal die EM in Schweden ansteht, ist die WM im nächsten Jahr schon tief in den Köpfen verankert. Denn dies wird ein Heimspiel für die Mannschaft, findet die Weltmeisterschaft doch im eigenen Lande statt. Und Hamburg könnte hier eine zentrale Rolle spielen. Denn das nächste Freundschaftsspiel gegen Spanien findet ebenso in Hamburg statt, wie auch die Halbfinals und das Endspiel im kommenden Jahr. So hat sich auch Michael Biegler bereits zur WM geäußert: „Wir haben den Plan bis zur WM erstellt und die Barclaycard-Arena muss unser Ziel sein.“ Sprich: Er will mit seinen Mädels mindestens bis ins Halbfinale. Eine mutige Ansage, denn bei den letzten vier Meisterschaften gehörte man nie zu den Favoriten. Auch die gesamte WM-Bilanz liest sich für den einmaligen Weltmeister eher durchschnittlich.

Siehe Tabelle 2

Projekt Handball WM 2017


Die Vorbereitungen laufen mittlerweile auf Hochtouren. So sieht man die EM in Schweden auch als Teil des Projekts Handball WM 2017 und möchte dort so gut wie möglich abschneiden. Damit das gelingt, hat Trainer Biegler erst vor kurzem eine neue Kapitänin für die Mannschaft auserkoren. Ab sofort übernimmt Anna Loerper vom TuS Metzingen das Amt, das bisher die Torfrau Clara Woltering vom BV Borussia Dortmund innehatte. Der Grund – und das betonte Biegler – lag nicht an der Person, sondern an der Steuerung des Spiels. Durch eine Feldspielerin könne so dem Angriffsspiel mehr Stabilität und Struktur gegeben werden.

Der 55-jährige Michael Biegler, der einst die Herren des HSV Hamburg und die polnische Nationalmannschaft der Männer trainierte, ist erst seit Februar 2017 Chef des Frauen-Handballs. Gerade die Tatsache, dass er 32 Jahre lang nur Männer trainiert hatte, stieß anfangs auf Verwunderung, mittlerweile hat sich das aber gelegt.

Zum Lehrgang des DHB-Teams Anfang Oktober nominierte Biegler 20 Spielerinnen, die mindestens die nächsten beiden Spiele gegen Spanien im Aufgebot stehen.

Siehe Tabelle 3
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