Mord in Ostfriesland

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Ulrike Busch entwickelt ihre Kriminalgeschichten am heimischen Computer in Langenhorn – die Ideen aber lieber unterwegs Foto: now
 
„Tod am Deich“ ist im Klarant-Verlag erschienen Repro: now

Langenhorner Autorin Ulrike Busch startet mit „Tod am Deich“ eine neue Krimiserie

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn
Tammo, Onkel Frido und Fenna sind Ulrike Buschs neue Familie. Die 59-Jährige begleitet die beiden Kriminalbeamten und Tammos Onkel im ostfriesischen Greetsiel durch ihr Leben – und das begann im Oktober 2016 mit einem Ausflug der Krimiautorin aus Langenhorn in den idyllischen Ort an der Nordsee. „Ich wollte nur mal schnell gucken, wo die Leiche liegt“, erzählt Busch schmunzelnd, die lange als freiberufliche Texterin arbeitete und jetzt bereits ihren vierten Krimi veröffentlicht (das Wochenblatt berichtete).

„Tod am Deich“

Nach zwei Büchern im Selbstverlag erschien ihr Syltkrimi „Pfauenfedermord“ 2015 bei Amazon Publishing. Inzwischen hat ein Verlag aus Bremen die Langenhorner Autorin entdeckt, bot ihr einen Vertrag zu einer Ostfriesen-Serie an. „Da hab ich zugegriffen“, sagt Ulrike Busch. „Tod am Deich“ ist der erste Teil der Serie, noch in diesem Jahr sollen mindestens zwei weitere folgen. „Wir Krimiautoren sind Handwerker“, meint die Autorin. Schreibblockaden kennt sie nicht. Stattdessen hat ihre Arbeit eine feste Routine: Erst eine Idee finden, dann die Weiterentwicklung am Computer und schließlich die Überarbeitung. Während für das eigentliche Schreiben nur der heimische Computer in der Ecke ihres Wohnzimmers im nördlichen Langenhorn, am besten im Dunklen, in Frage kommt, ist die Ideenfindung für Ulrike Busch ohne feste Routine. „Beim Fitnesstraining, beim Fahrradfahren, spazieren gehen, fernsehen oder unter der Dusche“ kommen ihr Ideen zu Morden.

Ich lebe mit den Protagonisten

Allerdings interessiert die kreative Texterin nicht der eigentliche Mord, sondern wie es dazu kam. „Mit Gewalt habe ich ein Problem, die will ich auch gar nicht zeigen“, sagt sie. Und so beginnt ihr Krimi in Greetsiel auch mit dem Fund einer Leiche. „Die habe ich bei meinem Besuch im Oktober im Graben ‚gesehen‘“, sagt sie lächelnd. Und dann entwickelte sie die Personen um die Idee herum. „Ich lebe mit den Protagonisten, damit, wie sie sich weiterentwickeln“, erzählt sie. Und das sollen die beiden Kriminalbeamten nun über die nächsten Fälle im ansonsten so beschaulichen Greetsiel. „In der Gegend passieren noch mehr Morde“, verspricht Busch. Damit die Ermittlungsarbeit möglichst realistisch wirkt, nimmt sie gerne Nachbarschaftshilfe in Anspruch. „Meine Nachbarn sind beide bei der Polizei, da frag ich dann mal nach. Zum Beispiel, wie lange normalerweise eine DNA-Analyse dauert.“ Personen und Atmosphäre entspringen dagegen ihrer Fantasie. Ich will die Leute unterhalten“, so Busch. Das ist mit dem gut 160 Seiten langen „Tod am Deich“ gelungen, der Leser begleitet Kriminalhauptkommissar Tammo nicht nur durch den Fall um den ermordeten Teehändler Folkert Petersen und dessen gar nicht so harmonische Familie. Auch die – im ersten Band noch rein berufliche – Beziehung zur neuen Kollegin Fenna bietet Unterhaltungsspaß für den ersten lauen Frühlingsabend und lässt auf die weitere Entwicklung und den nächsten Band warten.

Tod am Deich kostet 11,99 Euro als Taschenbuch oder 3,99 Euro als e-Book

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