SPD gegen Kulturakademie

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NORDERSTEDT. Ende April hatte sich der Kulturausschuss gegen die Stimmen der SPD für die Planung einer Kulturakademie ausgesprochen und die Verwaltung beauftragt, Kosten und Raumbedarf zu ermitteln. Nun ziehen die Sozialdemokraten noch vor Veröffentlichung entsprechender Zahlen die Reißleine.

„Wir sprechen uns gegen den Bau und Betrieb einer Kulturakademie aus, da Norderstedt bereits diverse andere Baustellen mit großem Investitionsbedarf hat – etwa den Neubau des Schulzentrums Süd, der mit rund 50 Millionen Euro kalkuliert ist“, erklärt Fraktionschef Nikolai Steinhau-Kühl. „Auch die Sponsorensituation für die Betriebskosten erscheint uns unsicher.“ Das Beispiel Elbphilharmonie in Hamburg habe gezeigt, wie negativ sich undefinierte Kostenstrukturen für Kulturstätten auswirken können. „Gleiches wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern Norderstedts nicht zumuten“, so Steinhau-Kühl.

Nach einer Initiative der Kulturstiftung Norderstedt könnten in einer neuen Kulturakademie Probenräume für Orchester des Kulturakademie , das Norderstedter Sinfonieorchester, den Fachbereich Musiktheater der Musikschule und andere Kulturträger unterkommen. Auch eine professionelle Ausbildung von Musical-Darstellern ist angedacht. „Wir wissen um den Raummangel im gesamten Kulturbereich, dennoch muss es andere Möglichkeiten geben, als einen millionenschweren Neubau“, bekräftigt der SPD-Fraktionsvorsitzende. CDU-Chef Gerd Leiteritz hält die Absage im Vorwege für nicht zweckmäßig: „Noch ist keine Entscheidung getroffen, wichtig ist eine realistische Kostenabschätzung.“ Und die wird in der Ausschuss-Sitzung Ende Juni erwartet. (blu)
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