Ulrike Busch aus Langenhorn schreibt Krimi-Hits

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Ulrike Busch veröffentlicht wieder einen Krimi Foto: Frank Berno Timm
 
Ulrike Busch, Jaspers letzter Flirt, Krimi; 300 Seiten, Edition M; 9,99 Euro als Taschenbuch, 4,99 Euro als E-Book

Die Sprachwissenschaftlerin hat mittlerweile sogar einen Verleger

Von Frank Berno Timm
Langenhorn
Diese Frau ist ein Glückspilz. Ulrike Busch bringt gerade ihren zweiten Krimi heraus. Das Außergewöhnliche: Sie hat als „Self-publisherin“ angefangen – also ohne Verlag. Bis dann einer bei ihr anklopfte. Die Gegend, in der Busch wohnt, ist hübsch verwinkelt und schön grün: Eine großgewachsene, schlanke Frau öffnet: Kurze Haare, Brille. Ein penibel aufgeräumter Schreibtisch, nur ein paar Rezensionsexemplare, die auf das Verschicken warten, verraten, wo man ist: in der Wohnung einer Autorin. Sie sitzt kerzengerade auf ihrem Stuhl und mag es eigentlich nicht, fotografiert zu werden. Ulrike Busch erzählt dem Hamburger Wochenblatt von ihrem Weg zum heutigen Beruf: Vergleichsweise spät sattelte sie von der Technischen Redakteurin und Texterin zur Autorin um. „Ein Kunde, der mein erstes Buch gelesen hatte, meinte, ich sollte doch mal einen Nord- oder Ostseekrimi schreiben“, erinnert sich die promovierte Sprachwissenschaftlerin. Sie schrieb einen Sylt-Krimi, der beim Onlineanbieter Amazon innerhalb einer Woche in die Top 100 der „Cosy Krimis“ kletterte. Was ist ein Cosy-Krimi? „Da geht es eher unblutig zu“, sagt Busch. Amazon Publishing, der Verlag der Amazon Gruppe, wurde auf die Hamburger Autorin aufmerksam, meldete sich und brachte das Werk in lektorierter und neu gestalteter Auflage heraus – erneut landete der Titel weit oben in den Hitlisten. Um die Geschichte zu verstehen, muss man wissen, dass Amazon seit Jahren Autoren die Möglichkeit gibt, auf einer speziellen Plattform Bücher in elektronischer und gedruckter Form zu veröffentlichen – das passende Lesegerät für eBooks hat der Internetriese natürlich auch im Programm. Wer sich auf der entsprechenden Plattform bewegt, liest immer neue Erfolgsgeschichten von Autoren, die unendlich viel mit den Ebooks verdient haben. Ulrike Busch erzählt, 2013 habe es interessante Unterhaltungsliteratur gegeben, dann sei der Markt überschwemmt worden. Und dann wird sie ungewöhnlich scharf: Es gibt Selfpublisher, die ihr Unwissen über korrektes Deutsch als Kunst verkaufen: „Die versauen leider den Ruf der Selfpublisher“. Ulrike Busch, die einen Autorenvertrag hat, lobt die sehr gute Zusammenarbeit mit ihrem Verlag und kann einen Satz sagen, von dem viele träumen: „Ich kann vom Schreiben leben.“ Ihrem Aussehen verdankt sie ihr zweites Buch: fünf Kurzgeschichten über eine Journalistin in den 40ern, die im Gegensatz zu ihren Altersgenossen keine Gewichtsprobleme hat. „Ich wollte den Ärger loswerden“, erinnert sie sich, „immer darauf angesprochen zu werden, dass ich so schlank geblieben bin“. Jetzt kommt der zweite Nordseekrimi heraus: „Jaspers letzter Flirt“, der auf Amrum spielt. Dorthin, erzählt Busch, fahre sie schon sehr lange. „Ich dokumentiere nicht“, sagt sie, „es ist Fiktion“. Sie wisse, dass derartige Fälle in der Wirklichkeit nicht vorkämen, dass die Polizei auf der Insel nicht so stark besetzt ist wie in ihrem Buch. Was sie schreibe, müsse aber „in der Realität vorstellbar sein“. Sie ist auf Krimis spezialisiert und baut eine zweite Serie mit Thrillern auf. Ihre Domain www.coole-romane.de markiere auch den Umstieg von der technischen Redakteurin, den sie heute nur noch für „alte“ Kunden ausübt, zur Autorin. Am einfachsten zum Erfolg kommt man als Selfpublisher mit Erotik oder brutalen Krimis, sagt Busch. Beides ist aber ihre Sache nicht. Sie will zeigen, wie das Leben normaler Menschen plötzlich aus den Fugen geraten kann. Dass zur Arbeit Fleiß gehört, muss kaum erwähnt werden – manchmal sitzt Ulrike Busch noch tief in der Nacht an ihrem Computer. Und es geht ihr wie vielen Schreibern: Wenn es mal nicht weitergeht, kommen die Einfälle beim Sport oder unter der Dusche, erzählt sie. Was gefällt besser, die technische Dokumentation oder das Autorin-Sein? „Das, was ich heute bin, sonst hätte ich es nicht gemacht“.

Weitere Infos: Coole Romane
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