Altenheim Röweland in Langenhorn geschlossen

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Das Senioren- und Pflegeheim Röweland hat in der aktuellen Form keine Zukunft mehr Foto: Krause

Hygienemängel, dehydrierte Bewohner – Bezirksamt findet verschlechterte Situation vor

Langenhorn Wegen gravierender Pflegemängel hat die Wohn-Pflege-Aufsicht des Bezirksamts Nord die sofortige Schließung des Langenhorner Altenheims Röweland angeordnet. 13 schwer pflegebedürftige Menschen mussten kurzfristig in andere Pflegeheime und Krankenhäuser verlegt werden. Die Einrichtung mit 140 Plätzen war schon länger im Fokus der Pflege-Aufsicht und des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen. Bereits vor einem Jahr waren 50 Patienten wegen eines Personalengpasses verlegt worden. Nach erneuten Beschwerden wurde das Seniorenzentrum Anfang Juni abermals überprüft. Dabei wurden zahlreiche Mängel bei Betreuung, Pflege und Hygiene festgestellt. Das Bezirksamt verhängte eine Aufnahmesperre und forderte eine sofortige Besserung.Bei der Nachschau vor einigen Tagen stellte sich heraus, dass sich die Situation sogar verschlechtert hatte: Gerade schwerstpflegebedürftige Patienten wurden schlecht oder unversorgt vorgefunden. „Es war nicht genügend und nicht ausreichend qualifiziertes Personal vorhanden“, so Bezirkssprecherin Katja Glahn. Die Schließung ist die drastischste Maßnahme, die bislang im Bezirk Nord gegen ein Pflegeheim verhängt wurde.Die Verlegung der weiteren 130 Bewohner wird allerdings nicht im Schnellverfahren ablaufen können. Das Bezirksamt begleitet diesen voraussichtlich sechswöchigen Prozess eng mit seiner Wohn-Pflege-Aufsicht. Der Pflegestützpunkt Nord unterstützt Bewohner und Angehörige bei der Suche nach einem neuen Heim und berät in allen damit zusammenhängenden Fragen. Das Bezirksamt Nord prüft, ob im Fall Röweland Strafanzeige erstattet werden muss – die Vorzeichen deuten darauf hin. Bezirksamtsleiter Harald Rösler bedauerte in einem Schreiben an die Bewohner des Pflegeheims und deren Angehörige den Niedergang der Einrichtung in scharfen Tönen. Gravierende Hygienemängel, dehydrierte, auf Hilfe angewiesene Menschen: Nach dem Bekanntwerden von untragbaren Zuständen im Altenheim in Langenhorn hat das Bezirksamt die Einrichtung geschlossen. Der Träger meldete sich mit einer schriftlichen Stellungnahme zu Wort. „Im Seniorenzentrum Röweland steht nun die Unterstützung und Information der Bewohner sowie deren Angehöriger an erster Stelle“, heißt es. Man habe damit begonnen, Angehörige und Bewohner anzusprechen sowie auf Anfragen zu antworten, erklärte die Geschäftsführung der Senioren-Zentren Geschwister Jensen GmbH. „Qualität und die Qualitätssicherung nach dem Pflegeversicherungsgesetz und Heimgesetz ist für Röweland selbstverständlich. Um den hohen Qualitätsanforderungen gerecht zu werden, wurde 2001 ein Qualitätsmanagement-System eingeführt. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) bescheinigt den stationären Pflegeeinrichtungen der Geschwister Jensen Gruppe die ausgezeichnete Qualität mit Bestnoten bei der Bewertung.“ So steht es in der Werbebroschüre des Unternehmens. Noch im Januar 2016 erhielt das Seniorenzentrum Röweland vom MDK, der in Hamburg die Qualität der Pflege überprüft, die „volle Punktzahl“. Wie das möglich war, wird nun auch geprüft.Bezirksamtsleiter Harald Rösler jedenfalls ist mehr als verärgert und versichert: „Niemand wird am Ende auf der Straße landen.“ Mit dem Seniorenbeirat, den Kirchengemeinden und anderen Institutionen werden seit Montag Besuche ehrenamtlicher Betreuer organisiert, „die sich auch um Trost und Zuspruch kümmern.“ (fjk)


Weitere Infos erteilt der Pflegestützpunkt Nord Betroffenen unter Telefon 428 99 10 60 oder 428 04 23 46
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