Ambulante und Teilstationäre Suchthilfe in Norderstedt

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Thomas Meyer, Geschäftsführer Sozialwerk, und Bettina Sommerburg, Leiterin ATS Kohfurth, arbeiten in der Suchtberatung zusammen Foto: Nowatzky

Sozialwerk und ATS begleiten Patienten auf dem Weg in ein normales Leben

Norderstedt Zehn Jahre war Stefan (Name von der Redaktion geändert) trocken. Dann fing er wieder an, sich selbst zu belügen. „Ich kann kontrolliert trinken“ – damit begann der erneute Abstieg für den Familienvater. Eine Flasche Korn pro Tag war schließlich wieder sein ständiger Begleiter. „Ich wollte nur mit der Flasche allein sein“, erzählt er jetzt, nachdem er zum zweiten Mal den Ausstieg aus der Sucht geschafft hat. Er hat endlich für sich akzeptiert: „Ich bin Alkoholiker und werde es immer sein. Es gibt nur trockene und nasse.“ Während er beim ersten Mal vor allem seiner Ex-Frau etwas beweisen wollte, hat er diesmal den Ausstieg für sich selbst durchgezogen. Mit Hilfe der Suchtberatung in Norderstedt. „Ich bin immer hier vorbeigelaufen. Und dann war ich so fertig, dass ich einfach reingegangen bin.“ Am nächsten Tag war er schon zum Entzug in der Klinik in Recklinghausen, spezialisiert auf Entgiftung. Seit Februar 2015 ist Stefan trocken, im Juni endet seine ambulante Therapie, mit der er seine Krankheit in den Griff bekommen hat. Stefan ist einer der ersten, der im 2015 neu geschaffenen Beratungsnetz in Norderstedt Hilfe suchte. Der Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein mit der ATS (Ambulante und Teilstationäre Suchthilfe) und das Sozialwerk hatten sich gemeinsam um die Suchtberatung beworben und ihre schon langjährige Kooperation damit auch unter ein gemeinsames Dach gestellt. An mehreren Standorten – bei der ATS Kohfuhrt 1, Beim Umspannwerk 6 und in der Tagesaufenthaltsstätte TAS, Ochsenzoller Straße 85 beim Sozialwerk, sowie bei Bedarf im Jobcenter Norderstedt Mitte und im Familienzentrum Glashütte – werden offene Sprechzeiten angeboten. „Der Kern der Suchthilfe sind die Beratungsstellen“, sagt Dr. Hans-Jürgen Tecklenburg, Leiter der ATS. Dazu kommt die Präventionsarbeit, die ATS und Sozialwerk ebenfalls gemeinsam betreiben. Bettina Sommerburg, Leiterin der ATS Kohfuhrt will vor allem mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen. Jugendliche wünschen sich allerdings hier weniger Vorträge und mehr Klartext. Versuche mit Promillebrillen und Co kommen besser an, als Frontalbeschallung. (now)

Weitere Informationen, Hilfe und Termine unter Telefon 040/5233222 oder Telefon 040/5237160, Sozialwerk Norderstedt
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