Angemessen erinnern

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Katharina Fegebank entzündet das Licht im Inneren des Erinnerungssteins Foto: Krause

Katharina Fegebank enthüllte den Erinnerungsstein für Opfer des Hexenwahns in Hamburg

Ohlsdorf Auf Einladung des Vereins „Garten der Frauen“ hat Katharina Fegebank, seit dem 15. April Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung in Hamburg, bei strahlendem Sonnenschein auf dem Friedhof Ohlsdorf einen neuen Gedenkstein enthüllt – einen Stein, der in der dortigen Erinnerungsspirale in jeder Hinsicht aus dem Rahmen fällt. Die Ziele des Vereins und die politische Aufgabe der jungen Senatorin zeigen bemerkenswerte Parallelen. Denn der „Garten der Frauen e.V.“ ist kein rückwärtsgewandter Museumsverein noch einer, der durch den Verweis auf einige „prominente“ Frauen auf mediale Wirksamkeit aus ist. „Wir wollen hier“, so Dr. Rita Bake, Initiatorin und Vorsitzende des Vereins „auf exemplarische Frauenschicksale hinweisen. Auf Frauen, die in der Gesellschaft etwas bewirkten wie auch auf Frauen, die Opfer wurden. Opfer von Ideologien, Häuslicher Gewalt oder vielfacher Ausgrenzungen. Ausgrenzungen, die sich früher aber auch in der Gegenwart immer wieder besonders gegen Frauen richteten.“

Verfolgung von Frauennicht überwunden


Die Senatorin nahm diesen Faden auf und machte deutlich, wie sehr ihr das Thema Gleichstellung am Herzen liegt: Sie freue sich, „dass wir es der privaten Initiative des Vereins ‚Garten der Frauen‘ zu verdanken haben, dass an ‚Hexen‘, die Opfer einer männlich dominierten Gesellschaft, nun auch in Hamburg in angemessener Weise erinnert wird“, erklärte sie in ihrer kurzen Ansprache, bevor sie den Gedenkstein enthüllte.
Bei der Beschäftigung mit dem Thema“, so die Zweite Bürgermeisterin weiter, „ist mir in bedrückender Weise deutlich geworden, dass Hexenwahn und Frauenverfolgung keineswegs überwunden, sondern in Teilen der Welt weiter grausame Realität sind.“
Auf dem von Bert Ulrich Beppler aus Basaltlava geschaffenem Stein steht exemplarisch der Name Abelke Bleken. Die Bäuerin aus Ochsenwerder wurde zur „Hexe“, weil sie ihren Besitz vor dem Zugriff mächtiger Männer schützen wollte. Sie wurde am 18. März 1583 auf dem Scheiterhaufen verbrannt – in Dokumenten ist festgehalten, wie sie gequält wurde, bevor sie „geständig“ starb. Heute ist im Bezirk Bergedorf eine Straße nach ihr benannt. Der eindrucksvollen Feierstunde auf dem Friedhof wohnten mehr als 250 überwiegend weibliche Gäste bei. Jörn-Uwe Wulf sorgte mit seiner Harfe für die musikalische Umrahmung. (fjk)
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