Auf der Müll-Spur

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Gunnar und Astrid Ewald sowie Hannes (13) und Eva (10) setzen sich aktiv für eine sauberere Umwelt ein. Sie freuen sich über Nachahmer Foto: Krause
 
Viele Hamburger werfen ihren Abfall rücksichtslos ins Grüne Foto: Krause

Aktion „Hamburg räumt auf“ auch in Langenhorn

Langenhorn Sonnabend, 12 Uhr am Stockflethweg. Frühlingswetter wie es nicht schöner sein kann. Geradezu ideal, um die Sachen zu packen und einen Ausflug zu machen. „Mein Freund ist heute im Heidepark“, weiß Hannes Ewald (13) zu berichten. Sachen gepackt haben er, seine Schwester Eva (10) und seine Eltern auch. Allerdings solche, die andere achtlos auf den Gehweg oder die Knicks am Stockflethweg geworfen haben. Familie Ewald ist nicht erstmalig bei der Aktion „Hamburg räumt auf“ dabei. Die Langenhorner sind damit vier von über 60.000 Hamburgern, die jährlich einmal wegen des Drecks, den andere hinterlassen haben, auf die Straße gehen. Nicht um zu demonstrieren, sondern um zu handeln. Umweltsenator Jens Kerstan, der selbst in Wilhelmsburg mitmachte, äußerte sich zur Aktion blumig: „Jetzt lockt uns die Natur mit frischem Grün wieder ins Freie – in die Parks, auf Spielplätze und in die Grünanlagen. Aber damit wir uns dort richtig wohl fühlen können, ist auch noch etwas Arbeit nötig. Seitdem es die Aktion gibt, werden es jedes Jahr mehr Menschen, die mitmachen – zuletzt waren es mehr als 62.000. Das ist eine beeindruckende Zahl, die zeigt, wie wichtig uns in Hamburg unsere Parks und Grünanlagen sind.“ Müllsammler Gunnar Ewald: „Dass es die Aktion geben muss, zeigt leider, dass es beeindruckend vielen Hamburgern ziemlich egal ist, wie die Parks und Grünanlagen aussehen.“ Was ihn und seine Frau Astrid besonders ärgert, ist der „to go – Müll“, den sie und ihre Kinder aufsammeln müssen. Zwar ist kein „Schnellrestaurant“ am Stockflethweg verortet, doch deren Verpackungen hinterlassen regelmäßig eine Schleppspur in der Straße.
Bis sich die Hamburger vollständig ihres Mülls in vorgesehene Mülleimer und nicht mehr in der Natur entledigen, wird die Aktion „Hamburg räumt auf“ weiterhin notwendig sein. So sehen das die Ewalds, die seit Jahren einfach nicht hinnehmen wollen, dass ihr Wohnumfeld durch Wohlstandsmüll verschandelt wird. Dafür opfern sie ein paar Stunden Freizeit. „Allerdings sollte es möglich sein, Müllsäcke, Zangen und Handschuhe bei jedem Recyclinghof und nicht im entfernten Recyclinghof Volksdorfer Weg in Hamburg-Sasel abzuholen“, so Astrid Ewald.

Start am Sonnabend im Franz-Röttel-Park


Der Frühjahrsputz findet im Rahmen der Initiative „Clean up the World,“ statt, der jährlichen, weltweiten Aktion für eine lebenswertere Umwelt. Mitmachen kann jede und jeder. Anmeldungen werden über die Internetseite www.hamburg-raeumt-auf.de angenommen. Sponsoren haben für die Teilnehmer wieder attraktive Preise zur Verlosung ausgesetzt. Einzelpersonen oder Familien sowie Freundeskreise, die gezielt in Langenhorn Mitte „Klar Schiff“ machen wollen, treffen sich zur Einsatzplanung am Sonnabend, 9. April, um 13 Uhr im Franz-Röttel-Park in der südlichen Tangstedter Landstraße. Eine Anmeldung ist hier nicht erforderlich. Handschuhe, Sammelsäcke und weitere Hilfsmittel werden gestellt. Gegrillt und geklönt wird ab 15 Uhr bei der Freiwilligen Feuerwehr Langenhorn, Tangstedter Landstraße 139. (fjk)
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