Bahn frei für Radler

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An diesen Punkten können Veränderungen vorgenommen werden Quelle: Grüne Fraktion Nord, Grafk: wb

Die Freizeitroute 12 soll attraktiver werden

Von Stefanie Nowatzky
Alsterdorf/Langenhorn
Abseits der Hauptstraßen führt eine idyllische Fahrrad-Strecke von der Röntgenstraße bis an die nördliche Stadtgrenze. Quer durch Parkwege und auf kleinen, wenig befahrenen Straßen geht es über etwa acht Kilometer, wer mag kommt hier mit dem Fahrrad flott voran. Aber nicht flott genug finden die Politiker und wollen die Strecke ausbauen. „Wir wollen die Lust aufs Fahrradfahren erhöhen“, sagen Thomas Kegat und Thorsten Schmidt. Die beiden Politiker von SPD und Grünen fordern gemeinsam Verbesserungen auf dem Radweg von Alsterdorf bis Norderstedt – der bisherigen Freizeitroute 12. Die führt am Flughafen entlang über den Krohnstieg bis hin zur anschließenden Route ab Tarpen in Norderstedt und wird nicht nur von Freizeitradlern gerne genutzt. Auch Pendler befahren die Strecke auf dem Weg zur Arbeit. „Jeder Radfahrer auf dieser Route bedeutet weniger volle U-Bahnen und weniger Kfz-belastete Straßen andernorts“, sagen Schmidt und Kegat und haben damit die Bezirksversammlung überzeugt. Einstimmig ging der Antrag durch, jetzt ist die Bezirksverwaltung am Zug. Viele kleine Veränderungen sollen die Route aufwerten und damit attraktiver machen. „Interessen von Fußgängern und Autofahrern bleiben gewahrt“, verspricht Thomas Kegat. Konkret soll die Bezirksverwaltung Nord jetzt 13 Verbesserungsvorschläge für die Route prüfen. So könnte die Ampelschaltungen an der Sengelmannstraße über die Alsterkrugchaussee verändert werden, um längere Wartezeiten zu vermeiden. Bordsteinkanten könnten abgesenkt werden, Wege klarer erkennbar sein. Zugewachsene Wege sollen nach dem Willen der Politiker wieder verbreitert werden, Vorfahrtsregelungen überdacht werden. „Das Auto ist ein wichtiger Bestandteil des Hamburger Verkehrs, aber es gibt keine Gleichbehandlung - hier könnte man an manchen Stellen ein Symbol für die Fahrradfahrer und die Fußgänger setzten“, findet Kegat. Die Änderungswünsche sind gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC entstanden, der naturgemäß vor allem die Radler stärken will. Kegat: „Aber wir wollen keine Konkurrenz von Rädern und Fußgängern, dort wo es Sinn macht, sollen die Räder auf die Straße.“ Ob alle 13 Punkte umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Auch wenn Kegat meint: „Ich glaube, das ist ein guter Kompromiss und kann umgesetzt werden.“ Reinhart Bartsch, Leiter des Tiefbauamtes Nord, hat schon erste Problempunkte ausgemacht. „Uns gehören nicht alle Flächen, um die es geht. Und zum Teil sind die gewünschten Verbreiterungen auf Wegen, die als Ausgleichsflächen für andere Baumaßnahmen geschaffen wurden“, gibt der Bauprofi des Bezirks zu bedenken. Den stärkeren Ausbau für Radler in Grünflächen sieht er eher kritisch. „Hier sind Radler nur geduldet, als Freizeit-Fahrer. Wer auf dem Weg zur Arbeit diese Wege nutzt, fährt schneller, da sind Konflikte mit Fußgängern und Hundebesitzern vorprogrammiert.“ In den kommenden Wochen wird vor allem sein Amt prüfen, welche Maßnahmen umzusetzen sind und was das ganze kosten wird. Doch auch jetzt schon ist die Strecke nicht nur morgens und abends gut frequentiert, obwohl nicht immer gut beschildert. Sollte der Ausbau die Strecke attraktiver machen, könnten es noch mehr Fahrradpendler werden.
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