Bauwagenbewohner stellen sich Anwohner vor

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Standen Rede und Antwort: Sechs Borribles bei ihrer persönlichen Vorstellung Foto: wh

Die Borribles ziehen auf „Kuhwiese“ in Groß Borstel

Von Waltraut Haas
Klein Borstel
Voraussichtlich im Herbst ziehen sie um auf die bislang verwilderte „Kuhwiese“ an der Stübeheide. Der Umzug der 30 Wagenbewohner war kürzlich Thema im Regionalausschuss, der am vorvergangenen Montag in der Albert-Schweitzer-Schule tagte. „Borribles welcome – Klein Borstel wird bunt“ stand auf Aufklebern, die in der Aula auslagen, neben einer umfangreichen Tagesordnung. Sechs von 30 Borribles stellten sich persönlich vor, präsentierten ihre alternative Wohnform in Bau- und Zirkuswagen, standen den Anwohnern anschließend Rede und Antwort. Zuvor hatte der stellvertretende Bezirksamtsleiter Tom Oelrichs über die Planung für den Ausweichstellplatz auf der Kuhwiese referiert. Wie berichtet, wurde den Wagenbewohnern ihr Pachtgelände an der Hebebrandstraße gekündigt, weil es Bauland für das Pergolenviertel werden soll. Die Kündigung nach 19 Jahren schließe das Angebot eines Ersatzstellplatzes ein, so Tom Oelrichs. Nach langer Suche hätte man sich auf den Standort Stübeheide geeinigt. Für die neue Einfahrt müsse nur ein Baum gefällt werden, das Gelände werde bis zum Herbst auf 4.800 Quadratmetern eingezäunt, Versorgungsleitungen gelegt. Der neue Pachtvertrag habe eine Laufzeit von fünf Jahren und könne danach um weitere fünf Jahre verlängert werden. Über 3.000 Quadratmeter der Wiese bleiben reserviert für die künftige Schulerweiterung. Verpächter des Grundstücks sei der Bezirk Nord, der auch die Kosten der Erschließung trage, antwortete Oelrichs. Die Höhe der Pacht wurde nicht preisgegeben. „Wieso ziehen Sie eigentlich nicht aufs Land?“, fragte eine Nachbarin, die „alternative Wohnform“ geringschätzend angesichts knapper freier Flächen in der Stadt. Eine Anwohnerin erkundigte sich, ob die Bauwagen ständig mit Zugmaschinen lärmend bewegt würden. Dies widerlegten die Borribles: Sie hätten keine Trecker, und sie kämen mit den Wagen, um zu bleiben. Die „Ertüchtigung“ des alten Bolzplatzes, ein Anliegen der CDU-Fraktion, wurde jedoch abschlägig beschieden: Anwohnerinteressen stünden dem wegen des Lärms entgegen. Die Mehrheit der Gäste in Klein Borstel hieß die künftigen Nachbarn anschließend herzlich willkommen.
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