Besser als Gerüchte

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Konzentriertes Arbeiten an den Tischen – gelebte Bürgerbeteiligung in Reinkultur Foto: fjk

Bürger können Projekt „Friedhof Ohlsdorf 2050“ einfach mitgestalten

Von Franz-Josef Krause
Ohlsdorf
75 Hamburger und Hamburgerinnen sowie zwölf „Hauptberufliche“ fanden sich zum Impulsabend für die Zukunft des Friedhof Ohlsdorf ein. Einen Tag später, zur ersten Entwurfswerkstatt im Bestattungsforum, kamen weniger Teilnehmer. Die übersichtliche Zahl der Mitwirkenden hatte aber auch ihre Vorteile. Es konnte hochkonzentriert gearbeitet werden, da es war einfacher war, Gedanken auszutauschen. Gemeinsames Ziel: Auch im Jahr 2050 soll der Friedhof Ohlsdorf mit seinen 391 Hektar, das bleiben, was er seit 1877 ist: Park und Friedhof. Das ist auch erklärter Wille des Senats. Diese klare Botschaft widerspricht hartnäckigen Gerüchten, man habe vor, Teile des Friedhofs zu entwidmen, um hier Wohnungen zu bauen. Schon zu Beginn wurde deutlich, dass ein schlichtes „weiter so“ kontraproduktiv ist, um den Parkfriedhof nachhaltig in die Zukunft zu führen. „Im Vergleich zum Jahr 1985 gab es im vergangenen Jahr 22 Prozent weniger Bestattungen auf Ohlsdorf. Hinzukommt, dass von den Bestattungen 80 Prozent Urnenbeisetzungen sind“, sagte Projektleiter Rainer Wirz. Klaus Hoppe, Leiter des Grünflächenamtes von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg, zeigte sich vom Gesamtkunstwerk Friedhof Ohlsdorf geradezu begeistert. „Dieser Friedhof ist ein einzigartiges Gedächtnis der Stadt“, urteilte der Mann der BSU. Geradezu leidenschaftlich wurde der ehemalige Michel-Hauptpastor Helge Adolphsen. „Ich begrüße ausdrücklich die frühzeitige Einbindung der Bürger“, lobte er das ‚Ohlsdorf 2050 Team‘. Tischweise wurde erarbeitet, welche Veränderungen den Erhalt des Friedhofs sichern. Dabei war der Leitgedanke des ersten Friedhofsdirektors Wilhelm Cordes, einen Park für Lebende und Tote zu schaffen, richtungsweisend. Der Nutzen für den Friedhof, nicht die Kostenminimierung stand im Mittelpunkt der Überlegungen. Ausdrücklich erwünscht sind Kinder und Jugendliche. Picknick und Friedhof sind kein Widerspruch, Grillen dagegen schon. Einheitlich unerwünscht sind lebende Hunde auf dem Friedhof. Der Friedhof als Begegnungsort mit Kiosken in geöffneten Kapellen, soll belebt werden. Der Individualverkehr mit Autos soll erhalten bleiben, der Durchgangsverkehr aber minimiert werden. Der Friedhof darf für Licht-Kunst erschlossen werden. Eine deutliche Vergrößerung der Friedwaldfläche um den gewandelten Bestattungswünschen zu entsprechen, soll angestrebt werden. Auch sollen Tierbestattungen zugelassen werden sowie multikulturelle Begegnungsräume in leeren Kapellen entstehen. Noch besteht die Möglichkeit, eigene Vorstellungen in das Projekt einzubringen. Die zweite Entwurfswerkstatt im Juni wird sich mit der Umsetzung von Bürgerprojekten beschäftigen. Im Internet gibt es die „Ohlsdorf 2050 Ideenkarte“ die eine Mitwirkung erleichtert. Auf www.hamburg.de/ohlsdorf2050-beteiligung kann diese eingesehen werden. Sie liegt ebenso im Verwaltungsgebäude aus.
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