Bönningstedt: Bürgern drohen AKN mit Klage

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Machen mobil gegen die Elektrifizierung der Bahnstrecke vor ihrer Haustür, die Bönningstedter Anlieger Klaus Sierssen (v.l.), Katja Repschläger, Torsten Brandes, Nicole Mentel, André Händler sowie Edelgard und Willi Miltz Foto: Fuchs

Falsche Technologie und Verschandelung: Widerstand gegen die geplante Elektrifizierung der Bahnstrecke

Von Burkhard Fuchs
Bönningstedt/Hasloh/Quickborn
Der Widerstand gegen die geplante Elektrifizierung der AKN-Bahnstrecke zwischen Kaltenkirchen, Quickborn und Eidelstedt wächst weiter. Nach der Anwohner-Initiative an der Bahnstraße in Quickborn, die sich vehement gegen den Bau des zweiten Gleises, der quasi auf ihren Grundstücken durchgeführt werden soll, wehrt, hat sich nun ein halbes Dutzend Anlieger in Bönningstedt gegen das S-Bahn 21-Projekt formiert.

Anwohner denken an juristische Beratung


Sollte das 90-Millionen Euro teure Bauprojekt genehmigt werden, würden sie sich juristischen Beistand holen, kündigt Anwohner Klaus Sierssen an. „Notfalls werden wir dagegen klagen. Wir halten durch.“ Die Anwohner bringen eine Reihe von Argumenten vor, die den Bau stoppen sollen. Die geplanten Hochspannungsleitungen verschandelten die Landschaft und sorgten für Elektrosmog, der ihre Gesundheit gefährde, klagen sie. Zudem müssten die Anwohner, die bis zu drei Meter dicht an den Schienen wohnen, hinnehmen, dass sie für den Bau der Stromleitungen bis zu 55 Quadratmeter Grund und Boden an die S-Bahn abtreten und danach auch noch jederzeit Mitarbeitern den Zutritt über ihre Grundstücke ermöglichen müssten. Meterhoch gewachsene Hecken müssten entfernt werden. „Wer kommt für den Wertverlust unserer Grundstücke auf?“, fragt sich Katja Repschläger. Zumindest zur letzten Frage äußerte sich ein Sprecher des Verkehrsministeriums: „Die benötigten Grundstücksflächen werden marktgerecht entschädigt.“

Nächtlicher Güterverkehr befürchtet


Befürchtet wird auch, dass die ausgebaute Strecke nachts womöglich für Güterzüge genutzt wird, weil die Bahnstrecke Elmshorn – Hamburg völlig überlastet sei und bis 2030 nicht dreigleisig ausgebaut werde, betont Torsten Brandes, der ebenfalls hier wohnt. Auch die Technik halten sie für veraltet. So könnten die Züge viel anwohnerfreundlicher mit einem Batterie-Akkubetrieb laufen, wie er ja bei den Elek-troautos immer mehr verbessert werde, so die Bürgerinitiative. Dass es sogar völlig emissionsfrei gehen könnte, zeige der Wasserstoff-Brennstoffzellen angetriebene I-Lint-Zug, der Ende 2017 zwischen Buxtehude und Cuxhaven im Nahverkehr eingesetzt werden soll. „Wir stören uns daran, dass überhaupt keine Alternativen geprüft wurden. In 20 Jahren fragen uns unsere Kinder: Was habt ihr da denn bloß gemacht?“, erklärt Brandes. Auch das Kernargument, dass mit der S-Bahn das Umsteigen am Bahnhof Eidelstedt entfalle, greift nicht für alle Fahrgäste, erklärt Anwohner André Händler: „Wer in die S3 umsteigen will, um nach Altona zu fahren, muss künftig länger warten.“
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