Brückenerneuerung

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  Da stehe ich vor den U-Bahnbrücken Langenhorn Nord und komme aus dem Staunen, mit einigen Fragezeichen versehen, nicht heraus. Noch vor drei Tagen überbrückten drei Brücken die Straße Foorthkamp, inzwischen sind zwei von ihnen dem Schweißbrenner zum Opfer gefallen, die dritte aber wartet noch, zwar verrostet und nicht all zu stabil, auf den Abtransport, der, nach meiner Information, irgend wann in den kommenden Jahren auch auf dem Schrottplatz landen wird. Die Demontagearbeiten scheinen zügig voranzugehen, da man bemüht sei, den Termin der Wiedereröffnung der Langenhorner Nord Station und überhaupt der ganzen Strecke termingerecht fertig zu stellen. Plötzlich tauchen bei mir Fragen auf, die ich unbedingt lösen will. Da fragte ich mich: Warum hat man diese Brücken erst so verkommen lassen, dass sie jetzt abgerissen werden müssen? Durch entsprechende Wartungsmaßnahmen hätte man viel Geld sparen können, da sie dadurch noch weitere hundert Jahre dem Schienenverkehr hätte dienen können. Hätte der Hamburger Senat nicht dafür sorgen müssen, diese regelmäßig warten zu lassen? Da es nun keinen Weg zurück gibt, ist es für mich unverständlich, „warum in aller Welt nicht auch noch, im gleichen Atemzug, die marode dritte Brücke abgetragen wird“. Dadurch könnte man nicht nur enorme Kosten vermeiden, und damit das Steuersäckel entlasten, und dazu nicht noch die Strecke sperren zu müssen. So denke ich mir, und machte mich auf die Suche nach einer Antwort. Die Bauarbeiter, die ich mit meiner Frage konfrontierte, hatten mir keine Antwort geben können, und auch niemanden von den Auftragsgebern bekam ich zu Gesicht. Also, nahm ich die Baustelle genauer unter die Lupe in der Hoffnung, doch noch eine Antwort zu finden. Es hatte nicht lange gedauert, und ich hatte die Antwort. Die lieferten mir zwei winzige Blechtafeln, die an dem tragenden Betonfundament der Brücken angebracht waren. Auf der rechten Tafel standen die Buchstaben DB- Brücke und auf dem linken HHA -Brücke. Da ich kein Einheimischer bin, hat mir ein älterer Herr, der den Arbeiten zuschaute, bei der Interpretation geholfen. Er meinte, dass die mit den Buchstaben DB der Deutschen Bahn gehört und die mit HHA der Hochbahn Hamburg. „Aha“, sagt ich mir, das bedeutet, dass es zwei Besitzer gibt, die sich nicht einigen können, wahrscheinlich aus Kostengründen, die Brücken in einem Wasch abzutragen zu lassen? Eigenartig. Da redet man permanent über Kosten, die vermieden werden sollten, weil man sonst vor der Bevölkerung mit den eingeleiteten Sparmaßnahmen ungläubig wird, und nun das.Da ich aber selbst erlebt habe, dass so ein Missmanagement bei Groß- und Kleinaufträgen die Runde machen, bzw. an der Tagesordnung sind, wo neue Straßen und Wege fertiggestellt wurde, dann wieder aufgerissen, weil die Koordination zwischen den einzelnen Firmen nicht funktionierte, schüttelte ich nur noch mit dem Kopf, und setze meine Fahrradtour fort. Parteipolitik hat schon lange an Glaubwürdigkeit verloren und es wundert mich absolut nicht, dass immer mehr Menschen der Wahlurne fern bleiben.
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