Denkmal zu besichtigen

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Der Wasserturm auf dem ehemaligen Gelände des AK Ochsenzoll kann am kommenden Wochenende zum Tag des offenen Denkmals erstmals besichtigt werden. Kl. Foto: Die Galerie oberhalb des Kessels in 21 Metern Höhe Foto: bcb
 
Wasserturm, zweite Etage: Ein Blick auf den Boden des 600-Kubikmeter-Kessels. Kl. Foto: Stillgelegte Armaturen Foto: Biehl

Langenhorn von oben sehen: Wasserturm wird erstmals geöffnet

Von Bert C. Biehl
Langenhorn
Wer hoch hinaus will, muss gut zu Fuß sein. Erstmals können interessierte Bürger am kommenden Wochenende den alten Wasserturm auf dem ehemaligen Gelände des AK Ochsenzoll besichtigen. Der Eigentümer, die Patrizia AG, nutzt den „Tag des offenen Denkmals“, um nicht nur den als Kulturdenkmal eingetragenen Turm zu präsentieren. Bei einem Koch-Event, zahlreichen Aktionen sowie einer Licht-Inszenierung können die Besucher sich vom Fortgang der Restaurierung und Sanierung der geschützten Ex-Klinikgebäude überzeugen und in Augenschein nehmen, wie sich die ersten bereits fertig gestellten Neubauten in die historische Umgebung einfügen. Der beste Ausblick bietet sich – bei gutem Wetter – in der Tat aus dem Dachgeschoss des markanten Turmes, der Langenhorns neues Wahrzeichen werden könnte.
Allerdings: Der Weg dorthin ist beschwerlich und nicht barrierefrei. Das liegt daran, dass das Gebäude niemals einem andern Zweck diente als der Wasserversorgung des Krankenhauses – es ist vollgestopft mit Technik und Behältern. Das Wochenblatt konnte für seine Leser vorab exklusiv das Innere des noch bis zum Jahr 2007 genutzten Turmes besichtigen.

Rundblick vom Turm aus 21 Metern Höhe


Schon direkt nach Betreten geht es steil entweder nach unten oder oben. Im Untergeschoss Generatoren, Kessel, Rohre. Wer den Aufstieg wählt, muss 88 Stufen in den zweiten Stock erklimmen, um überhaupt erst einmal unterhalb des gigantischen Wasserkessels anzukommen. Der schmiedeeiserne Koloss hat ein Volumen von 600 Kubikmetern, der Inhalt von 600.000 Einliterflaschen. Eine Leiter führt zwischen Wand und Kesselboden hindurch zu einem schmalen Mauervorsprung, auf dem das nächste Abenteuer wartet: eine gut zehn Meter hohe Leiter, die auf die Galerie oberhalb des Kessels führt.
Ein mühsamer Aufstieg, der aber von hier oben, 21 Meter über dem Erdboden, mit einem tollen Rundumblick belohnt wird. Wer das markante Kupferdach instand zu halten hat, braucht eine tolle Kondition – über das Geländer der Galerie hinweg ginge nämlich es jetzt auf den oberen Teil des Wasserbehälters und von dort über eine wieder gut zehn Meter hohe Leiter zur Dachluke.
Der 1913 erbaute Turm hat eine Gesamthöhe von 32,3 Metern und ist eine backsteinverkleidete Betonkonstruktion. Er ersetzte seinerzeit zwei kleinere Wassertürme mit elektrischen Pumpen, von denen heute keiner mehr steht. Das Krankenhaus benötigte über viele Jahrzehnte eine Wasserversorgung mit eigenen Brunnen, denn bei seiner Gründung 1892 war an einen Anschluss an die Hamburger Wasserkunst gar nicht zu denken. „Nach dem Anschluss diente der Turm als Löschwasser-Reservoir“, sagt Bernt Falldorf, der eine Chronik über das AK Ochsenzoll geschrieben hat.
„Was wir mit dem Turm machen, wissen wir noch nicht“, sagte Sven Göller, Direktor bei Patrizia. Nach Sanierung wäre das Gebäude eigentlich ein toller Platz für extravagante Wohnungen oder eine Galerie mit Café. Allerdings soll der Wasserturm nach den Vorstellungen des Denkmalschutzamtes als technisches Denkmal erhalten bleiben – einschließlich aller Einbauten.
Am Sonnabend und Sonntag werden jeweils von 10 bis 18 Uhr Führungen durch den Wasserturm angeboten, historische und aktuelle Baupläne ausgestellt.

Weitere Infos: Tag des offenen Denkmals

Turm wird illuminiert:
An beiden Tagen lädt der Immobilien-Spezialist Patrizia zum Fest KOCH-KUNST! ein. Eröffnung ist am Sonnabend, 12. September, um 10 Uhr durch den Langenhorner Bürgerschaftsabgeordneten Gulfam Malik sowie Erwin Jakob, Verkaufsdirektor Deutschland der Patrizia AG.
Prominente Gäste wie Ulla Kock am Brink, Model, Schauspielerin und Sängerin Eveline Hall und das Model Isabell Rist werden erwartet. Beim Live-Cooking zeigen Chefkoch Kevin von Kev’s Kitchen und Ulla Kock am Brink als Assistentin aktuelle Food-Trends und laden zum Probieren ein. Zudem gibt es an Streetfood-Wagen und Ständen weitere gastronomische Highlights wie Burger-Truck „Burgerjungs“, Neue Suppenkreationen von „SuppKultour“, Stand „Flammkuchentraum“, Kuchen und Kaffeespezialitäten von „Café Weiß“, ausgewählte Weine von „Weinselection“. Vor dem Wasserturm präsentieren sich junge Künstler und Kunsthandwerker. Kinder können bei Holz- und Töpferworkshops ihre Kreativität entdecken. Live-Musik, ein Discjockey und eine Licht- und Klangperformance der Künstler Katrin Bethge und John Eckhardt, die den Turm in Szene setzen, sind die Höhepunkte am Sonnabend.

Sonnabend, 12. Sept., 10-22 Uhr. Sonntg., 13. Sept, 10-18 Uhr. Licht- und Klangperformance: Nur Sonnabend: 20.45-22 Uhr. Weitere Infos: KOCH-KUNST!
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